Warten auf Einigung

05.04.2017 • 17:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Laut den Brauereiverantwortlichen geht der Trend zu kleineren Gebinden. Zudem gibt es bestimmte Sorten nur in Kleingrößen.  VN/Hofmeister
Laut den Brauereiverantwortlichen geht der Trend zu kleineren Gebinden. Zudem gibt es bestimmte Sorten nur in Kleingrößen. VN/Hofmeister

Bierpreis-Verhandlungen: Spar mit allen Ländle-Brauereien in Diskussion.

Dornbirn. (VN) Die bislang erfolglosen Verhandlungen zwischen der Handelskette Spar und der Mohrenbrauerei rund um vom Hersteller gewünschte Preiserhöhungen für Kleingebinde (6er-, 8er-Träger) betreffen bei Weitem nicht nur die Dornbirner Bierproduzenten. Denn Spar hat mehr oder weniger die gleichen Diskussionen auch mit Fohrenburger, Frastanzer und Egger Bier. Auch hier sind die Verhandlungen rund um gewünschte Preiserhöhungen für Kleingebinde bislang ohne Ergebnis verlaufen, wie die Geschäftsführer und Verkaufsleiter der genannten Bierproduzenten unisono bestätigten. Die entsprechenden Verhandlungen laufen über die Spar-Zentrale in Salzburg. Mit anderen Ketten wie REWE, Sutterlüty oder Metro habe man die neuen Preise bereits verhandelt und fixiert.

Nach Angaben von Wolfgang Sila, dem Geschäftsführer der Brauerei Fohrenburger, gebe es „gewisse Konflikte“ mit Spar rund um die Preise für Kleingebinde. „Diese Diskussionen gibt es seit Jahren, weil wir schon lange höhere Preise für Kleingebinde fordern, da sie sehr aufwendig zu bestücken sind.“ Gegenwärtig seien die zukünftig betroffenen Produkte von Fohrenburger zwar noch verfügbar, weil es bei den Spar-Händlern vor Ort noch Reserven gebe. Erziele man allerdings auf absehbare Zeit keine preisliche Einigung, dann dürfte auch das eine oder andere Fohrenburger-Produkt im Original-Kleingebinde aus den Spar-Märkten verschwinden.

Nicht einig geworden

Gleiche Erfahrungen macht man derzeit bei der Brauerei Frastanzer. Geschäftsführer Kurt Michelini sagte, dass vier Artikel von Frastanzer in Kleingebinden seit Anfang April 2017 bei Spar in Vorarlberg ausgelistet seien, weil man sich nicht über höhere Preise einig geworden sei. Dies betreffe nur jene Produkte, die es sowohl im Kleingebinde als auch in der 20er-Kiste gebe. Dass der Kunde bei den Kleingebinden noch keinen Engpass bemerke, hänge damit zusammen, dass sich die Spar-Händler Vorräte angelegt hätten. „Die Bestückung von Kleingebinden verursacht einen hohen Aufwand. Wir haben dafür betreute Menschen von der Aqua Mühle und vom Sunnahof, die diese Arbeit verrichten. Und die wollen natürlich auch bezahlt werden“, so Michelini.

Auch Egger Bier betroffen

Auch bei der Brauerei Egg im Bregenzerwald berichtet Verkaufsleiter Heinz Tomas, dass die gewünschten Preise für das 9er-Karton-Gebinde von der Handelskette Spar bislang nicht bestätigt worden seien. „Das ist im Moment noch offen und betrifft nur Spar.“ Er hoffe nach wie vor auf eine Einigung.

Für Branchenkenner hat dieser jahrelange Streit rund um die Preise für Bier-Kleingebinde eine zentrale Ursache: Denn im Gegensatz zu allen anderen Handelsketten kostet eine Flasche Bier den Konsumenten bei Spar immer gleich viel Geld, egal ob man eine Flasche oder eine 20er-Kiste kauft. Spar wolle nach Angaben der Vorarlberger Brauereien bislang nicht von dieser Preispolitik abrücken, weil dies naturgemäß dann auch im übrigen Österreich umgesetzt werden müsste.

Wir fordern schon lange höhere Preise für Kleingebinde.

Wolfgang Sila, Fohrenburg