Inspiration aus der Perspektive

11.04.2017 • 16:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jonas Nussbaumer (l.) und Marco Spitzar zeigen am Karren, wie Impulse schweben können. Fotos: VN Steurer, Hofmeister
Jonas Nussbaumer (l.) und Marco Spitzar zeigen am Karren, wie Impulse schweben können. Fotos: VN Steurer, Hofmeister

„Straßenschau“ bringt unkonventionelle Impulse an sechs Orte. Erster Halt ist Dornbirn.

Dornbirn. Veranstaltungen gibt es viele. Tagungen, Networking, Vorträge. Was also, wenn jemand mehr verspricht und von Anregungsarenen und Inspirationstankstellen spricht? Wenn jemand dafür plädiert, Unternehmertum nicht einseitig zu definieren, nicht nur durch die Brille des Profits zu sehen, sondern in der Rolle der aktiven Gesellschaftsgestalter? Die gemeinnützige Organisation Kreatives Unternehmertum mit Sitz in München hat sich auf diesen Weg gemacht, den klassischen Unternehmerbegriff aufzubrechen und Entscheider aus den einzelnen Regionen zu relevanten Themen rund um Gesellschaft, Unternehmertum und Kreativität auf eine neue Art zusammenzubringen. Die Veranstaltungen sind daher auch anders als Gewohntes und Bekanntes. „Keine Branchenkongresse oder klassischen Networking-Veranstaltungen“, sagt Jonas Nussbaumer, geschäftsführender Gesellschafter von Kreatives Unternehmertum, im VN-Gespräch. 

Einen Einblick, wie das geht mit dem Wechsel der Perspektiven und der Erweiterung der Blickwinkel, bekommen Interessierte am 24. April. Dann macht das Format „Straßenschau“, das an sechs Tagen sechs Orte bereist, erstmals Halt in Vorarlberg. Zwischen Zürich und Hamburg stoppt die Karawane am Karren in Dornbirn und beleuchtet das kreativ unternehmerische Handeln. „Wir wollen uns nicht mit dem Neuen, sondern mit dem Nächsten beschäftigen“, sagt Nussbaumer über das Inspirationsformat.

Der „Verbinder“ nach Vorarlberg ist Marco Spitzar (Studio Spitzar, Dornbirn). Er bringt die Gesellschaftsgestalter in die Luft.

Scout, Designer, Unternehmer

Abends geht es mit der Bahn hinauf auf den Karren. Die Kabinen bespielt der Designer und Künstler zusammen mit Armand Benneker, Scout bei Manchester United, mit fünf Thesen zur Zukunftsgestaltung. Oben angekommen, erzählt Heinz Senger-Weiss (Gebrüder Weiss) über sein Unternehmen mit über 500 Jahren Firmengeschichte und Verena Konrad (Vorarlberger Architektur Institut) erklärt, was Standortentwicklung mit Kooperationskultur gemein hat. „Nicht im Vortragsmodus, sondern als Austausch auf Augenhöhe“, sagt Spitzar, der den Stopp in Vorarlberg als wichtige Chance sieht. Denn in den Köpfen soll nicht nur die schöne Landschaft bleiben, vielmehr Kontakte, frischer Wind und neue Gedanken. Man will sich nachhaltig und langfristig in das Netzwerk eingliedern. „Wir wollen ein Entrée bieten“, sagt Spitzar. Darin liege die Herausforderung.

Dass Vorarlberg überhaupt auf der Route der „Straßenschau“ liegt, ist auch der Innovationskraft geschuldet. „Wir suchen Orte aufwendig aus, haben viele Anfragen. Vorarlberg hat sich einfach richtig angefühlt. Innovation trifft auf Tradition und Architektur“, sieht Nussbaumer einen fruchtbaren Boden, damit die Impulse auch wirklich schweben können.

Straßenschau, 24.4., 19.00 Uhr Dornbirn Karren. Mit Marco Spitzar, Armand Benekker, Heinz Senger-Weiss, Verena Konrad; Anmeldung: vn.at/su9Nsd