Wende am Autosektor?

14.04.2017 • 16:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mag. Monika Rosen
Mag. Monika Rosen

Wien. Nachdem die Autoabsätze in den Jahren seit der Finanzkrise eine stetige Erholungstendenz gezeigt haben, legen aktuelle Daten nahe, dass nun ein Wendepunkt erreicht sein könnte. Die enttäuschende Entwicklung der US-Autoverkäufe seit Jahresbeginn, vor allem der zuletzt steile Einbruch im März, sind ein Warnsignal für den Automobilsektor weltweit, denn die USA sind nach China der zweitgrößte Automarkt der Welt. Die US-Autoverkäufe fielen im März auf aufs Jahr hochgerechnete 16,5 Mill., das ist der niedrigste Stand seit zwei Jahren. Damit könnte auch ein Vorbote für eine schwächere Gewinnentwicklung gegeben sein, nicht nur für amerikanische, sondern auch für europäische Fahrzeughersteller. Die Gewinnschätzungen für den europäischen Autosektor signalisieren Wachstumsraten von 19,8 Prozent in 2017 und 6,4 Prozent in 2018. Damit zeigen sie bereits eine stark rückläufige Gewinndynamik zwischen 2017 und 2018. Die Wachstumsrate von 6,4 Prozent in 2018 liegt sogar unter jener des europäischen Gesamtmarkts. All diese Indikatoren unterstützen die Annahme, dass das Geschäftsumfeld und die Wachstumsdynamik im Automobilsektor ihren Zenit überschritten haben. In den USA kommen die bevorstehenden Zinsanhebungen als zusätzlicher Belastungsfaktor für den Autosektor hinzu, der traditionell von tiefen Zinsen profitiert.

monika.rosen@unicreditgroup.at,
Mag. Monika Rosen,
Chefanalystin, Bank Austria Private Banking
Twitter: @Monika_Rosen