Baufirmen ausgelastet: Fokus auf Ausbildung

Markt / 12.06.2017 • 20:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Wohnbau (im Bild: Am Dorfbach, Hard) ist ein zuverlässiger Träger der Baukonjunktur. Foto: Wagner
Der Wohnbau (im Bild: Am Dorfbach, Hard) ist ein zuverlässiger Träger der Baukonjunktur. Foto: Wagner

Bauwirtschaft mit Auftragslage zufrieden. Qualitätssicherung durch Ausbildung.

Feldkirch. (VN-sca) Die Stimmung in der heimischen Bauwirtschaft könnte besser nicht sein. Die Auftragslage ist zufriedenstellend und die insgesamt gute Wirtschaftssituation kommt der Bauwirtschaft zupass. Peter Keckeis, Innungsmeister Bau in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, legt zum Halbjahr jedenfalls eine gute Bilanz für die Vorarlberger Bauunternehmen. Vor allem der Hochbau entwickle sich erfreulich. Keckeis betont in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung in Vorarlberg, um die steigenden Anforderungen gerade in Hochkonjunkturzeiten erfüllen zu können.

Auf hohem Niveau ausgelastet

Zahlreiche Unternehmer nützen ebenso wie private Bauherrschaften die gute Konjunktur und die günstige Zinslage für ihre Neu-, Um- und Ausbauten. Vor allem der Wohnbau erweise sich auch weiterhin als zuverlässiger Träger der Baukonjunktur, freut sich Keckeis. Die Auftragssituation insgesamt ist – wie bereits seit zwei Jahren – auf erfreulich hohem Niveau, berichtet der Innungsmeister. Die heimische Bauwirtschaft erzielte im Jahr 2016  einen Jahresumsatz von knapp 640 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 1,9 Prozent im Vergleich zum ebenfalls erfreulichen Jahr 2015. Dementsprechend müsste der Umsatz im ersten Halbjahr zumindest 321 Millionen Euro betragen. Zahlen nennt die Bauinnung allerdings in ihrem Halbjahresbericht keine.

Im Vorjahr wurden Großprojekte wie die neue Zentrale von Doppelmayr oder Meusburger in Wolfurt realisiert. Heuer sind das Blum-Werk in Dornbirn und das Hochregallager von Rondo-Ganahl in Frastanz bereits im Bau. Zahlreiche weitere Projekte befinden sich in Ausschreibung bzw. in Planung, wie zum Beispiel die Neugestaltung des Feldkircher Bahnhofsbezirks, der ab 2018 in Bau gehen soll. Dazu kommt eine ungebrochen hohe Bautätigkeit in den Tourismusregionen – von Liftanlagen bis zu Ausbauten und Qualitätsverbesserungen in den Beherbergungsbetrieben.

Höchster Lehrlingsanteil

Der Mitarbeiterstand in der Baubranche hält sich stabil. Im Jahresschnitt beschäftigen die Vorarlberger Bauunternehmen ca. 4000 Mitarbeiter. Aktuell werden in den heimischen Bauunternehmen rund 200 Lehrlinge ausgebildet. „Dies bedeutet, dass unser Bundesland im Österreich-Vergleich den höchsten Anteil an Maurerlehrlingen hat“, informiert Innungsmeister Keckeis.  „Gerade in konjunkturell sehr guten Zeiten muss die Aufmerksamkeit auf die Aus- und Weiterbildung gelenkt werden“, betont Keckeis. „Die Qualität der Ausbildung der Mitarbeiter wird immer mehr zum Erfolgsfaktor, denn die Anforderungen steigen auch im Bau ständig.“

Wir bilden österreichweit die meisten Maurerlehrlinge aus.

Peter Keckeis, Innungsmeister

Bauwirtschaft

» Umsatz 2016:
690 Millionen Euro (+1,9%)

» Mitarbeiter aktuell: 4000

» Lehrlinge: 200 auszubildende Maurer

» Ausführende Baumeister:  246

» Planende Baumeister: 56

» Baugewerbetreibende,
eingeschränkt auf ausführende Tätigkeiten/eingeschränkt auf Teilbereiche: 48