“Ein Kompromiss, mit dem wir beide leben können”

Markt / 21.06.2017 • 22:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Armin Rupp, KSV 1870, und Peter Kopf, IfS, sehen Reform des Privatinsolvenzrechts positiv.   Foto: VN/Ger
Armin Rupp, KSV 1870, und Peter Kopf, IfS, sehen Reform des Privatinsolvenzrechts positiv.  Foto: VN/Ger

Privatkonkurs ohne zwingende Mindestquote für Schuldenberater und Gläubigervertreter  „in Ordnung“.

Wien, Schwarzach. (VN-sca) Im Vorfeld tobte eine verbale Schlacht um die Novelle zur Reform des Privatkonkurses zwischen Schuldenberatern und Gläubigervertretern, z. B. des KSV 1870, die jeweils schlimmste Folgen vorhersagten, sollte das Insolvenz­recht so gestaltet werden, wie es die Gegenseite fordert. Und in den vergangenen Wochen vermuteten alle Beteiligten, dass es zu der Privatkonkurs-Novelle vor den Wahlen gar nicht kommen wird. Nun haben die Regierungsparteien aber doch eine Entscheidung getroffen. Im Justizausschuss ist mit Stimmen von SPÖ und ÖVP am Mittwochnachmittag eine Reform des Privatinsolvenzrechts auf den Weg gebracht worden. Die Mindest-Entschuldungsdauer sinkt nach dem noch notwendigen Beschluss im Nationalrat von sieben auf fünf Jahre, nicht wie ursprünglich geplant auf drei Jahre. Kern der Reform ist, dass es nicht mehr zwingend zu einer Mindestquote kommen muss, die bisher zehn Prozent betrug. Gültig werden die Änderungen mit 1. November 2017.

Für Peter Kopf, Leiter der IfS-Schuldenberatung ist der nun vorliegende Kompromiss, „ein verfeinertes Instrument, um zielgerichteter zu arbeiten“, das vielen verschuldeten Menschen eine Chance zu einem Neuanfang gibt, für Armin Rupp, Leiter der Landesgeschäftsstelle des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV 1870), ein Kompromiss, mit dem man leben könne.