Unschuldige auf “schwarzer Liste” der Finanzindustrie

Markt / 25.06.2017 • 19:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Auf der “schwarzen Liste” stehen auch Unschuldige.

Viele potenziell gefährliche Bankkunden zu Unrecht in World-Check-Datenbank.

Wien. Banken dürfen keine Geschäfte mit Terroristen oder Geldwäschern machen. Für Informationen nutzen sie Datenbanken wie World-Check. Doch in der Datenbank sollen auch viele unschuldige Menschen und Organisationen aufgelistet sein. Das hat eine Recherche von „Süddeutscher Zeitung“ und NDR gemeinsam mit weiteren internationalen Medien ergeben. Die Journalisten hatten demnach Einblick in einen World-Check-Datensatz mit mehr als zwei Millionen Profilen aus dem Jahr 2014, auf den der amerikanische Sicherheitsexperte Chris Vickery vergangenes Jahr auf einem Internet-Server gestoßen war.

Auch Peta auf Liste

Die Daten offenbarten, dass viele der Aufgelisteten dort zu Unrecht stünden, berichten „Süddeutsche“ und NDR. Profile seien teilweise fehlerhaft oder nicht auf dem neuesten Stand. Es seien Menschen und Organisationen dabei, gegen die ergebnislos ermittelt wurde oder die umstritten und unbequem sind, aber nicht kriminell. Als Beispiele wurden die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die Tierschutzorganisation Peta,
die Umweltschutzorganisation Greenpeace oder Oppositionspolitiker etwa aus Sri Lanka und Eritrea genannt.

Personen und Organisation, die einen Eintrag bei World-Check haben, müssen mit erheblichen Schwierigkeiten bei Bankgeschäften rechnen. Spendenfinanzierten Organisationen drohen Nachteile beim Einwerben der Mittel.

Aus Regierungsdatenbanken

Die World-Check-Datenbank ist ein Dienst des Informations- und Medienkonzerns Thomson-Reuters. Der Konzern betonte auf Anfrage der Journalisten, die Informationen stammten vor allem aus Regierungs- und Justizdatenbanken, von Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden, der EU und den Vereinten Nationen.