VKW will die letzten 80.000 Aktien zurück

Markt / 28.06.2017 • 19:25 Uhr
Nach der Hauptversammlung sollen VKW und Illwerke verschmelzen (im Bild: das Hauptquartier Bregenz).
Nach der Hauptversammlung sollen VKW und Illwerke verschmelzen (im Bild: das Hauptquartier Bregenz).

Bei der VKW-Hauptversammlung geht es heute, Donnerstag, zur Sache. Rund 250 Aktionäre erwartet.

Bregenz. (VN-sca) Bis Montagabend konnten sich die rund 900 noch verbliebenen Aktionäre der Vorarlberger Kraftwerke für die Teilnahme an der heute stattfindenden Hauptversammlung anmelden. Hauptversammlungen sind aber auch bei Aktionären nicht gerade der Renner – viele Firmen locken deshalb ihre Besitzer zu solchen Veranstaltungen mit Buffets und kleinen Geschenken. Solche Lockmittel brauchten die VKW diesmal nicht. Immerhin 250 Kleinaktionäre sollen sich, so haben die VN aus zuverlässiger Quelle erfahren, für die heute, Donnerstag, stattfindende Hauptversammlung angemeldet haben, gut doppelt so viele wie sonst.

Widerspruch erwartet

Der Grund ist klar: Bei der Hauptversammlung im Wolfurter Veranstaltungszentrum Cubus soll der Squeeze Out, also der geplante Ausschluss der noch vorhandenen Aktionäre, abgesegnet werden. Das wird in diesem Fall nicht ohne Widerspruch geschehen, denn schon im Vorfeld wurde Kritik am Angebot von 96,60 Euro pro Aktie laut, es sei zu niedrig, wenn man daran denke, dass 2013 das Rückkaufangebot bei rund 180 Euro gelegen sei. Außerdem fühlen sich einige Aktionäre getäuscht, weil die VKW 2013 versichert habe, dass es keinen Squeeze Out gebe. Was in der VKW-Chefetage dementiert wird. Vorstand Helmut Mennel in einer Stellungnahme des Unternehmens zu Wochenbeginn: „Die Aussage, bis auf Weiteres kein Squeeze Out anzustreben, bezog sich nur auf den Vorgang des Delistings.“ Zur bevorstehenden  Versammlung und erwarteten Ergebnissen wollte das Management des Vorarlberger Energieversorgers am Mittwoch nicht Stellung nehmen.

Etliche Aktionäre lassen sich von Spezialisten vertreten. Auch der Dornbirner Anwalt Karl Schelling wird bei der Hauptversammlung zwei Aktienbesitzer vertreten, wie er auf Anfrage der VN bestätigte. Ein großer Auftritt
des Wirtschaftsrechtsexperten ist aber nicht zu erwarten, er wolle „eher ruhig sein“ und sich ein Bild machen. Generell ist er aber der Ansicht, dass 2013 ein zu hoher Preis für die Aktie bezahlt worden sei. „Das war ein gutes Angebot“, sagt er. Immerhin wurde damals eine Sonderprämie von 50 Euro zum Aktienwert von 130 Euro ausbezahlt, die aufgrund des Delistings zustande kam. Zur Disposition stehen bei der Versammlung übrigens noch knapp 80.000 Aktien von ursprünglich ausgegebenen 1,7 Millionen.

„Ein faires Angebot“

Einverstanden mit dem Angebot des VKW-Aktionärs Illwerke ist auf jeden Fall der Harder Bürgermeister Harald Köhlmeier, der den VN bestätigte, dass er der Gemeindevertretung empfehlen werde, dass Hard in eine Genossenschaft, die sich an der Vorarlberg Netz GmbH beteiligt, einzutreten. „Das Angebot der Illwerke ist fair.“ Die Gemeindevertretung könne dann bis Ende Oktober überlegen, ob sie das Angebot annimmt oder nicht. Er verweist auf die garantierte Dividende von 3,5 Prozent und vertraut darauf, dass sich das Geschäft wieder nach oben entwickelt. Eine Empfehlung an die weiteren 18 Kommunen, die noch Aktien besitzen, will der Gemeindeverbandspräsident allerdings nicht abgeben. Hard hat übrigens den Großteil der Aktien 2013 verkauft: „Den Erlös haben wir in Projekte mit alternativen Energien investiert“, erklärt Köhlmeier im Vorfeld der Versammlung.