Weg zur E-Mobilität ist für BMW-Chef „kein Sprint, sondern ein Marathon“

Markt / 21.03.2018 • 18:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
BMW-Chef Harald Krüger kündigte Rekord­investitionen für Zukunftsthemen an.
BMW-Chef Harald Krüger kündigte Rekord­investitionen für Zukunftsthemen an.

Razzia wirft Schatten auf erneute Rekordbilanz von BMW.

münchen Die Zahlen könnten gar nicht besser sein. Der BMW-Konzern präsentierte gestern in München das achte Rekordergebnis in Folge. Fahrzeugabsatz gesteigert (2.463.526 Pkw, +4,1 Prozent), Umsatz in die Höhe getrieben (88,67 Mrd. Euro, +4,8 Prozent) und beim Gewinn zugelegt (10,65 Mrd. Euro, +10,2 Prozent). Strahlende Gesichter suchte man dennoch vergebens. Eine Razzia in der Konzernzentrale und im heimischen Motorenwerk in Steyr am Tag vor der Bilanzpressekonferenz überschattete das Rekordergebnis. Der Großeinsatz mit 100 Polizeibeamten kratzt kräftig am Image des Münchner Autobauers, der bisher im Dieselskandal eine weiße Weste hatte. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Anfangsverdacht, dass BMW „eine prüfstandsbezogene Abschalteinrichtung verwendet“. Der Hersteller widerspricht, eine irrtümlich aufgespielte Software sei der Grund. Eine gezielte Manipulation wird abgestritten. Den Fehler habe man selbst gemeldet. Betroffen sind die Modelle M550d und 750d, in Summe 11.400 Fahrzeuge.

Unbeirrt stellt der Konzern indes die Weichen für die Zukunft. „Wir erhöhen 2018 noch einmal die Schlagzahl“, kündigte BMW-Chef Harald Krüger die größte Produkt­offensive in der Geschichte des Unternehmens an.

Für Modelloffensive, Elektrifizierung der Fahrzeuge und für autonomes Fahren greifen die Münchner tief in die Tasche. Nach 6,1 Milliarden Euro 2017 könnten heuer rund sieben Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung fließen, mehr denn je zuvor. Damit soll ein ambitioniertes Ziel vorangetrieben werden. 25 elektrifizierte Modelle will die BMW Group bis 2025 auf die Straße bringen, die Hälfte davon reine Batterieautos. Über 100.000 Strom- bzw. stromunterstützte Autos hat BMW 2017 abgesetzt. Bis Ende 2019 sollen 500.000 solcher Fahrzeuge auf der Straße sein. Die Kurve der E-Mobilität zeige nach oben. „Mir war aber immer klar, das ist ein Marathon, kein Sprint“, so Vorstandschef Krüger. VN-MIG