Zwischen Ablehnung und Minimalkompromiss

Markt / 27.03.2018 • 22:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Stellungnahmen: Raumplanungsbeirat muss im April über die Erweiterung des Messeparks entscheiden.

Bregenz Am 12. April 2018 ist es so weit. Nachdem die Causa Messepark-Erweiterung im Raumplanungsbeirat bereits mehrmals verschoben wurde, sollen die Mitglieder des Raumplanungsbeirats nun Mitte April über den Vorschlag des Landes Vorarlberg beratschlagen und abstimmen, ob der Messepark Dornbirn um eine Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern auf 19.000 Quadratmeter erweitert werden darf.

Verschiedene Vorstellungen

Die Crux dabei: Von der Stadt Dornbirn wurde eine Erweiterung von 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche eingereicht. Der Antragsteller bzw. Bauwerber, die Firma JDL-Leasing GmbH, welcher der Messepark gehört, hat um eine Erweiterung von 4700 Quadratmetern Verkaufsfläche angesucht und seit der Präsentation des Projekts im Oktober 2014 mehrfach darauf hingewiesen, dass die vom Land seit Beginn der Diskussion favorisierten 1500 Quadratmeter keinesfalls akzeptiert werden. Egal also, wie eine Abstimmung im Beirat ausgeht, wird die Sache auch nach diesem 12. April nicht aus der Welt sein. Guntram Drexel von JDL-Leasing wollte allerdings zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellungnahme zu den doch ordentlich divergierenden Flächenvorstellungen abgeben.

Im Vorfeld der Sitzung, an der neben den zuständigen Landesbeamten 24 Vertreter verschiedenster Organisationen von den Interessenvertretungen bis zu den Parteien und etwa dem Bundesheer, Gemeinden, Regionen und Anrainern teilnehmen werden, wurden diverse Stellungnahmen (siehe rechts) abgegeben, die von der zuständigen Abteilung des Landes zusammengefasst wurden. In ihrer Mehrzahl lehnen diese die Erweiterung ab bzw. sehen sie kritisch. Bei dem Für und Wider geht es nicht um die verschiedenen Vorstellungen von Stadt, Land und Antragsteller, sondern eher darum, ob den vom Land vorgeschlagenen 1500 Quadratmetern Erweiterung zugestimmt oder ob das Ansuchen abgelehnt wird.

Den VN liegen nicht nur die Kurzfassungen der Stellungnahmen vor, sondern auch der 33 Seiten starke Erläuterungs- und Umweltbericht, der den Ist-Zustand dokumentiert und anhand verschiedener Studien und Szenarien die Auswirkungen aus umwelt-, verkehrs- und raumplanerischer Sicht, die bei einer Erweiterung von derzeit 17.500 auf 19.000 bzw. 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche schildert.

24 Fahrzeuge zusätzlich

Bei einer Erweiterung um 1500 Quadratmeter wird mit einer Zunahme des Verkehrsaufkommens um 440 Kfz-Fahrten auf 9040 werktäglich bzw. um 35 Kfz auf 685 Kfz/h gerechnet. „Teilt man diese zusätzlichen Fahrzeuge wieder zu zwei Dritteln dem Kreisverkehr Ost zu, so sind das in der Spitzenstunde 24 Fahrzeuge zu- bzw. abfahrend zusätzlich.“ Eine Menge, mit der die Verkehrsplaner noch leben könnten. Für die 4700 vom Betreiber gewünschten Quadratmeter wurde keine Hochrechnung angestellt. Bei 2500 Quadratmetern würde das Mehraufkommen laut der Abteilung VIa des Landes in ihrer Stellungnahme vom 5. August 2016 um jeweils um 720 Kfz-Fahrten auf 9300 werktäglich bzw. um 55 auf 705 Kfz pro Stunde erhöht. Verkehrs- und lufthygienische Maßnahmen stehen bei beiden Szenarien an. Nur wenn es keine Erweiterung gibt, passiert nichts.

Die Dornbirner Innenstadt kann aufgrund ihrer strukturellen Stärke die negativen Effekte weitestgehend abfedern.