Unverzichtbares Fundament

Markt / 28.03.2018 • 19:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Simone König vom Netzwerk Blühendes Vorarlberg.
Simone König vom Netzwerk Blühendes Vorarlberg.

Das sind für Landschaftsplanerin Simone König Bienen und Insekten in Sachen Vielfalt und Nahrungskette.

DORNBIRN Die Rettung der Bienen und Insekten sowie unsere Landschaften wieder natürlich und ohne Gifteinsatz zum Erblühen zu bringen – das war die Intention vieler Vorarlberger(innen), allen voran Simone König, vor sieben Jahren das Netzwerk Blühendes Vorarlberg ins Leben zu rufen. „Die Artenvielfalt und das Wohl der Bienen waren immer schon ein Herzensthema der Bodensee Akademie und bei der Konferenz der gentechnikfreien Regionen am Bodensee 2010 war es dann so weit. Im Arbeitskreis Bienen und Gentechnik wurde der Beschluss gefasst, nach den Vorbildern in Deutschland mit dem „Netzwerk blühende Landschaft“ ein Netzwerk für Bienen und bestäubende Insekten für Vorarlberg zu gründen“, erläutert Simone König den Werdegang. „Aus der Taufe gehoben wurde das Netzwerk dann 2011 zusammen mit dem Vorarlberger Imkerverband, dem Land Vorarlberg mit Naturvielfalt in der Gemeinde, dem Naturschutzbund Vorarlberg und dem Verband für Obst- und Gartenkultur, kurz danach kamen weitere Partner aus dem Umweltbereich, aus Landwirtschaft und Gemeinden und Privatpersonen dazu.“

Kreislauf des Lebens

„Wer liebt denn nicht die wogenden Blumenwiesen und das Summen der Insekten? Bienen, Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten bilden ein unverzichtbares Fundament der Artenvielfalt und unserer Nahrungskette, einerseits, weil die Insekten mit ihrer großen Anzahl und Biomasse den Säugetieren und Vögeln als Nahrungsgrundlage dienen und andererseits, weil sie durch die Bestäubung die Pflanzenvielfalt und die Befruchtung der Kulturpflanzen sicherstellen“, beschreibt die Ökologin ihren persönlichen Zugang. „Und ihre Gefährdung muss als groß eingestuft werden. Das Bienensterben ist da nur ein Stichwort, denn bei den wild lebenden Verwandten der Honigbienen gehen sowohl die Zahl der Arten als auch die Anzahl der Individuen seit Jahrzehnten stark zurück. Wir haben es uns daher zur Aufgabe gemacht, darüber zu informieren, was in Gärten, auf öffentlichen Flächen, in Betriebsgebieten, in der Land- und Forstwirtschaft, entlang von Gewässern und im Siedlungsbau für Bienen, Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und andere bestäubende Insekten getan werden kann.“

Lehrgang April bis Juni

„Im Laufe der sieben Jahre seit der Gründung konnten viele interessierte Menschen am Bildungsprogramm – bestehend aus Praxisworkshops, Seminaren und Exkursionen – teilnehmen. Und heuer findet bereits zum dritten Mal der Lehrgang Blühende Landschaft statt, der alle Teilnehmenden zu Botschaftern für den Blütenreichtum qualifiziert“, informiert Simone König. „Die Bewegung zieht weite Kreise, denn immer mehr Privatpersonen, Gemeinden und Betriebe interessieren sich für naturnahe Gestaltung und legen Wildblumenflächen und Wildstrauchhecken an. Und wo naturnah Nahrung und Behausung geschaffen wird, dort steigen auch die Artenzahlen. Es ist ein eigenes Erlebnis, mitten im Siedlungsraum, im eigenen Garten oder am Betriebsgelände eine Naturoase zu haben, Insekten und Vögel beobachten zu können und sich zu entspannen. Die schöne Aufgabe ist es zu entdecken, wo überall Platz für Blütenreichtum ist. So viele Ecken, Winkel, Restflächen, Randstreifen oder auch große Flächen, die jetzt oft gemäht werden, könnten blühend sein, ebenso Dachflächen, wenn sie begrünt werden.“ VD

Infos zum Lehrgang Blühende Landschaft von April bis Juni unter www.blühendes-vorarlberg.at und www.bodenseeakademie.at. Anmeldung unter office@bodenseeakademie.at