Ex-VW-Chef Winterkorn droht der Verlust seines Vermögens

06.05.2018 • 16:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Frankfurt/MAIN In der Affäre um manipulierte Abgaswerte prüft der Volkswagenkonzern Schadenersatzansprüche gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Winterkorn drohe im Extremfall der Verlust seines kompletten Vermögens, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Im Umfeld des Aufsichtsrats kursieren bereits Zahlen, wie viel von dem tief gefallenen Manager zu holen ist. In Hannover sei von bis zu einer Milliarde Euro die Rede.

Der VW-Chef hat dem Bericht zufolge im Laufe seiner Karriere im Dienste des Autoherstellers mehr als 100 Millionen Euro verdient. Allein seine Pensionsansprüche summieren sich  auf knapp 30 Millionen Euro.

Selbst wenn Winterkorn nicht einmal eine Mitwisserschaft am Betrug nachgewiesen werde, müsse er um sein Vermögen fürchten. Denn Manager haften nach deutschem Recht nicht nur, wenn sie einem Unternehmen willentlich schaden, sondern auch, wenn sie mit den Kontrollmechanismen nachlässig waren.

Ermittlungen fast abgeschlossen

Nach der Staatsanwaltschaft Braunschweig sind die deutschen Ermittlungen gegen Winterkorn und 38 weitere Beschuldigte wegen der Manipulation von Dieselfahrzeugen fast abgeschlossen. Der Sprecher sagte, dass den Verteidigern der Beschuldigten im Sommer Akteneinsicht gewährt wird.

Winterkorn wurde in den USA wegen des Abgasskandals angeklagt. Ihm werden Verschwörung und Betrug vorgeworfen.