Über Geld spricht man doch

Markt / 16.05.2018 • 18:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der gebürtige Vorarlberger Lukas Kirchmair (27) ist Leiter des operativen Geschäfts bei Three Coins. VN/Paulitsch
Der gebürtige Vorarlberger Lukas Kirchmair (27) ist Leiter des operativen Geschäfts bei Three Coins. VN/Paulitsch

Three Coins kämpft für mehr Finanzkompetenz und schult junge Menschen im Umgang mit Geld.

Schwarzach Das Geld kommt aus dem Bankomaten und bezahlt wird mit der Karte oder über Onlinebanking. Die Umbrüche in der Finanzwelt und die neuen Konsum- und Lebensrealitäten hinterlassen auch bei den Konsumenten ihre Spuren. Unzählige Studien und Befragungen belegen heute, dass es besonders um das Finanzwissen junger Menschen nicht gerade zum Besten bestellt ist. „Mangelnde Finanzkompetenz wirkt sich negativ aus, auf die Gesellschaft, die Volkswirtschaft sowie die persönliche Freiheit“, sagt Lukas Kirchmair (27), Leiter des operativen Geschäfts bei Three Coins. Das Unternehmen mit Sitz in Wien und Zürich hat es sich seit der Gründung im Jahr 2012 zur Aufgabe gemacht, die Finanzkompetenz vor allem junger Menschen zu stärken.

Das erste erfolgreiche Projekt war das Smartphone-Spiel „Cure Runners“. Dort begibt man sich auf eine einsame Insel und auf ein abenteuerliches Wettrennen um Macht und Wahrheit. Unterbewusst werden dabei aber auch die Grundlagen für den Umgang mit Geld vermittelt. Dazu wurde ein Workshopformat entwickelt und so verknüpft sich Finanzkompetenz mit der spannenden digitalen Welt.

1000 Bankenlehrlinge

Neuestes Projekt ist ein Ausbildungsprogramm für Lehrlinge. In der Schweiz und in Liechtenstein werden mit diesem Workshopformat bereits alle Bankenlehrlinge geschult. „Im ersten Halbjahr 2018 durchlaufen rund 1000 Bankenlehrlinge das Format“, erklärt Kirchmair. Nun wird es in Österreich ausgerollt. Gestartet wird dabei in Vorarlberg, Vorzeigeland für hohe Qualität in der Lehrlingsausbildung. „Bei unserem Lehrlingsformat geht es auch um grundlegendes Finanzwissen, aber genauso auch um Selbstreflexion, um einfache Daumenregeln, um das Spannungsfeld zwischen Brauchen und Wollen. Und alles ist mit spielerischen interaktiven Übungen verknüpft“, betont Kirchmair. Dem Unternehmen, das Lehrlinge ausbildet, wird ein gesamtes, modular aufgebautes Paket bereitgestellt. Die Lehrlingsausbilder werden dafür in train-the-trainer-Ausbildungen geschult.

Lukas Kirchmair war übrigens selbst einmal Lehrling. Nach der abgeschlossenen Lehre als Kältetechniker in Vorarlberg und der anschließenden Abendmatura zog es ihn aber schließlich nach Wien zum Studium.

Umgang mit Geld

Dieser Einschnitt war auch finanziell deutlich spürbar. Gewohnt, ein Lehrlingsgehalt zu beziehen, stieß er als Student an seine Grenzen. „Ich habe dann angefangen, über meinen Umgang mit Geld zu reflektieren“, sagt Kirchmair über seine persönliche Erfahrung.

Bei den Formaten von Three Coins geht es aber nicht nur um Wissensvermittlung. Man verfolge ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Die erzielten Gewinne würden nicht ausgeschüttet, sondern fließen direkt wieder ins Unternehmen zurück. „Wir finanzieren damit auch Grundlagenforschung. Denn darauf bauen unsere Formate auf. Zudem spielt die Wirkungsmessung eine bedeutende Rolle“, so Kirchmair. Wichtig sei es auch, nicht einfach nur Kunden zu gewinnen, sondern langjährige Partnerschaften einzugehen.

Win-win-Situation

Insgesamt, so ist man bei Three Coins überzeugt, seien die Ausbildungsformate für Unternehmen eine Investition in die Zukunft. „Wenn ein Mitarbeiter finanziellen Stress hat, ist er nicht nur abgelenkt, es hat auch Auswirkungen auf seine Gesundheit und somit auch auf den Betrieb.“

Gerade wird ein neues Format für Eltern entwickelt. Auch Jugendarbeiter werden bereits geschult. Das Motto „Über Geld spricht man nicht“ hat man bei Three Coins eben noch nie wörtlich genommen.