Erwachsenenvertretung statt Sachwalterschaft

17.05.2018 • 20:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Schwarzach Was passiert, wenn meine Selbstbestimmung verloren geht und ich auf andere Menschen angewiesen bin? Welche Änderungen bringt das neue Erwachsenenschutzgesetz? Was passiert mit den bestehenden Sachwaltern? Diese und weitere Fragen werden Notar Richard Forster (52) und Notariatskandidat Martin Schüssling (33) heute, Freitag, 18. Mai, von 14-15.30 Uhr den VN-Lesern am Telefon beantworten.

Das Erwachsenenschutzgesetz, das mit 1. Juli 2018 in Kraft tritt und das bisherige Sachwalterrecht grundlegend reformiert, stellt vor allem die Selbstbestimmung für die Betroffenen in den Mittelpunkt. Personen sollen künftig in Rechtsangelegenheiten nur mehr vertreten werden, wenn sie das entweder selbst so wollen oder dies zur Wahrung ihrer Interessen und Rechte unumgänglich ist.

Das Erwachsenenschutzgesetz sieht ein Vier-Säulen-Modell (Vorsorgevollmacht/Gewählte Erwachsenenvertretung/Gesetzliche Erwachsenenvertretung/Gerichtliche Erwachsenenvertretung) vor. Der gerichtliche Erwachsenenvertreter entspricht dabei am ehesten dem bisherigen Sachwalter. Während früher die Bestellung eines Sachwalters aber auch automatisch zum Verlust der Geschäftsfähigkeit führte, ist das mit dem Erwachsenenschutzgesetz nicht mehr der Fall. „Für die Autonomie ist das positiv“, sagt Notar Richard Forster. Bereits bestehende Sachwalterschaften können übrigens, beispielsweise auf Anregung des Betroffenen, bei Gericht überprüft werden. Bis spätestens Anfang 2024 muss das bei allen bestehenden Sachwalterschaften der Fall sein. VN-reh

Notar Richard Forster (oben) und Notariatskandidat Martin Schüssling.
Notar Richard Forster (oben) und Notariatskandidat Martin Schüssling.

VN-Telefonaktion mit Notar Richard Forster und Notariatskandidat Martin Schüssling: 18. Mai, 14.00 bis 15.30 Uhr (05572/94 94 00).