„Ein Jahrhundertsommer“

Markt / 14.03.2019 • 19:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peter Pfanner sieht die Anforderung an das Sortiment darin, die Konsumenten langsam an einen bewussten, reduzierten Zuckerkonsum zu gewöhnen.  pfanner/VN-Lerch
Peter Pfanner sieht die Anforderung an das Sortiment darin, die Konsumenten langsam an einen bewussten, reduzierten Zuckerkonsum zu gewöhnen.  pfanner/VN-Lerch

Getränkehersteller Pfanner verzeichnet erfolgreichstes Jahr in der Firmengeschichte.

Lauterach Heiß, sonnig und trocken. So wünscht sich ein Getränkehersteller den Sommer und im vergangenen Jahr war er in Mittel- und Nordeuropa genau so. Das Lauteracher Unternehmen spürte die Schönwetterperiode direkt beim Absatz und freute sich in Deutschland und in Skandinavien über eine entsprechend starke Entwicklung, kurzum, es war für das Unternehmen „ein Jahrhundertsommer“. Mit einem Umsatz von 289 Millionen Euro erzielt das Familienunternehmen ein Plus von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2017: 262 Mill. Euro). Das über dem Mitbewerb liegende Wachstum soll mit Investitionen an den fünf Produktionsstandorten nachhaltig abgesichert werden, betont dazu Geschäftsführer Peter Pfanner.

Zielgerichtet investiert

Dass Pfanner im vergangenen Jahr auch hinsichtlich der Kapazitäten zweistellig wachsen konnte, ist zielgerichteten Investitionen zu verdanken. Mit dem im Vorjahr beendeten 50 Millionen schweren Investitionsprogramm schuf das Unternehmen die Basis für eine erfolgreiche Entwicklung. Rund zwei Drittel des Wachstums stammen aus organischer Geschäftsentwicklung und sind zum Großteil der erhöhten wetterbedingten Nachfrage geschuldet. „Besonders unsere Eistees wie auch die Pure Teas galten als sehr beliebte Durstlöscher“, blickt Pfanner auf „ein sensationelles Eistee-Jahr“ zurück. Die positive Resonanz auf die 2015 gelaunchte zuckerfreie Pure-Tea-Linie nimmt Pfanner heuer als Anlass für die Einführung der neuen Sorte Ingwer-Tee. Für die Promotion des neuen Produktes konnte Pfanner den deutschen Skistar Felix Neureuther als Testimonial gewinnen. „Als authentischer, bodenständiger Skiathlet genießt der beliebte Bayer im deutschsprachigen Raum besondere Sympathiewerte“, so der Firmenchef.

Bewusster Zuckerkonsum

Generell halte in der Öffentlichkeit die Zuckerdiskussion an und betreffe auch das Pfanner-Produktportfolio, hält Peter Pfanner mit Blick auf die Zukunft fest. Der Getränkehersteller bekenne sich dazu, diverse Zuckerersatzstoffe nicht als gesündere Alternative zu Zucker zu sehen. „Stattdessen sehen wir unsere Aufgabe vielmehr darin, die Konsumenten langsam an einen bewussten, reduzierten Zuckerkonsum zu gewöhnen“, begründet Peter Pfanner die Strategie zur Zuckerreduktion innerhalb des Sortiments.

Festgehalten wird im Lauteracher Firmenhauptquartier an der Partnerschaft mit Fairtrade. Pfanner war das erste Unternehmen in der Branche, das Fairtrade-Säfte anbot. Heute ist man stolz darauf, der weltweit größte Fairtrade-Partner im Fruchtsaftbereich zu sein: Während der knapp 20-jährigen Partnerschaft wurden rund 150 Millionen Liter Fairtrade-Getränke verkauft.

Das zweistellige Umsatzwachstum soll mit erneuten Investitionen abgesichert werden, vor diesem Hintergrund wurden die Produktionsstandorte einer Investitions-Evaluierung unterzogen. Das Vorhaben soll sukzessive umgesetzt werden und inkludiert Kapazitätserweiterungen, die Modernisierung der Infrastruktur sowie den Ausbau von Sozialräumen. 2019 sei man gut gestartet, dennoch gibt sich Pfanner „bescheiden“: Man wäre mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres zufrieden. VN-sca

Peter Pfanner sieht die Anforderung an das Sortiment darin, die Konsumenten langsam an einen bewussten, reduzierten Zuckerkonsum zu gewöhnen. pfanner/VN-Lerch
Peter Pfanner sieht die Anforderung an das Sortiment darin, die Konsumenten langsam an einen bewussten, reduzierten Zuckerkonsum zu gewöhnen. pfanner/VN-Lerch

Pfanner in Fakten

Gegründet 1856

Gesellschafter Familienunternehmen

Geschäftsführung Peter Pfanner, Hermann Pfanner, Hans Lanzinger,
Manfred Boch

Umsatz 2018 289 Mill. Euro (+10,3%)

Mitarbeiter 900

Produktionsstätten Lauterach, Enns/OÖ, Hamburg/D, Policoro/I, Bar/Ukraine