Das Familienerbe erhalten

Markt / 02.04.2019 • 17:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der altehrwürdige Rittersaal des gräflichen Palastes war bis auf den letzten Platz besetzt.VN/Paulitsch
Der altehrwürdige Rittersaal des gräflichen Palastes war bis auf den letzten Platz besetzt.VN/Paulitsch

Die Familie Waldburg-Zeil führt eines der ältesten Unternehmen des Landes.

Hohenems Ein Palast, eine gotische Burg, dazu einige Hundert Hektar Wald: Die Besitztümer der Familie Waldburg-Zeil können sich sehen lassen. Verwalter des adligen Erbes sind seit wenigen Jahren Franz Clemens und seine Gattin Stephanie, die mit viel Engagement und unternehmerischem Geschick alles unternehmen, um den Familienbesitz zu erhalten. Wie sie das machen, verrieten sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Unternehmer sein heute“.

Der Rittersaal im Hohenemser Renaissance-Palast war bis auf den letzten Platz besetzt, als nach einem musikalischen Auftakt der Musikschule Dornbirn Gräfin Stephanie und Graf Franz Clemens vors Publikum traten, um sich den Fragen von Moderator VN-Ressortleiter Andreas Scalet zu stellen. Dass ohne neue Geschäftsideen selbst ein großer Immobilienbesitz nicht lange gehalten werden kann, war für das Ehepaar immer schon klar. Dazu braucht es unternehmerischen Geist. Inzwischen ruht das gräfliche Geschäftsmodell bereits auf mehreren Beinen. Ein neues Zeitalter begann in den 50er-Jahren, als der Palast für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. „Das Haus wurde in der Folge ständig saniert, um einen idealen Veranstaltungsort zu schaffen“, freut sie jedenfalls Stephanie Waldburg-Zeil über einen regen Andrang, der durchaus noch zunehmen könnte. „Wir wollen noch bekannter werden.“

Standbeine

Mehr im Ausland als hierzulande bekannt ist hingegen ein weiteres Standbein der Familie, und zwar das Schloss Glopper hoch über der Stadt gelegen. Die Gemäuer aus der Zeit der Gotik wurden mit großem finanziellem Aufwand zu einem 5-Sterne-Gästehaus umgebaut und gelten vor allem bei betuchten und historisch interessierten Besuchern aus aller Welt als Geheimtipp für den ganz besonderen Urlaub.

Ein großes Anliegen von Franz Clemens Waldburg-Zeil, der sich als Möbelrestaurator und Inhaber einer Kunstbau-Firma längst einen Namen gemacht hat, ist die nachhaltige Bewirtschaftung des riesigen Waldbesitzes. Die Holzbringung ist allerdings wegen des teilweise felsigen Geländes alles eher als einfach. „Der Spruch `Wir sind steinreich` trifft in diesem Fall zu“, schmunzelt der Herr über 350 Hektar Wald. Inzwischen ist die Familie auch ins Brennholzgeschäft eingestiegen.

Eines stellen die Waldburg-Zeils in aller Deutlichkeit klar: Ein Verkauf von Teilen des Familienerbes kommt niemals infrage. „Das wäre für uns wohl das Allerletzte“, denkt Stephanie vor allem auch an die Zukunft ihrer vier Töchter, die in Hohenems aufgewachsen sind und die Stadt als ihre Heimat sehen.

Wohl in der Stadt unter dem Schlossberg fühlt sich auch Franz Clemens: „Das Verhältnis zur Stadtpolitik könnte nicht besser sein. Es herrscht eine enge Zusammenarbeit, fast täglich gibt es Kontakte.“ HA

Harald Giesinger, Db Sparkasse, Burkhard Berchtel, Wr. Städtische, Franz Clemens und Stephanie Waldburg-Zeil, Werner Böhler, Sparkassen-Vorstand, VN-Ressortleiter Andreas Scalet (v.l.).
Harald Giesinger, Db Sparkasse, Burkhard Berchtel, Wr. Städtische, Franz Clemens und Stephanie Waldburg-Zeil, Werner Böhler, Sparkassen-Vorstand, VN-Ressortleiter Andreas Scalet (v.l.).
Peter und Barbara Öhe, Fa. Öhe Elektrik, Richard Hämmerle, Db. Sparkasse.
Peter und Barbara Öhe, Fa. Öhe Elektrik, Richard Hämmerle, Db. Sparkasse.
Michaela Wagner-Braito, Lebenshilfe-Chefin (links) und Nadja Mauser, Russmedia.
Michaela Wagner-Braito, Lebenshilfe-Chefin (links) und Nadja Mauser, Russmedia.
Alexandra Häfele-Iser, Gerhard Müller, Müller Wohnbau.
Alexandra Häfele-Iser, Gerhard Müller, Müller Wohnbau.
Ulrich Allmendinger (links), Heidi und Michael Rhomberg.
Ulrich Allmendinger (links), Heidi und Michael Rhomberg.