Pratopac plant Zehn-Millionen-Euro-Erweiterung: Einspruch schon vor Bauverhandlung

Markt / 04.04.2019 • 06:00 Uhr
Pratopac plant Zehn-Millionen-Euro-Erweiterung: Einspruch schon vor Bauverhandlung
Alexander und Werner Abbrederis, Fa. Pratopac, müssen bei der Erweiterung mit Gegenwind rechnen. Gmeiner

Verpackungsfirma will Hochregallager und Produktionsräume, Liste “Lebenswertes Klaus” fordert niedrigeres Gebäude. Auch andere Fragen seien zu klären.

Klaus Die Firma Pratopac, ein Erzeuger von Verpackungen aus Papier, ist im Betriebsgebiet der Gemeinde Klaus zwischen Autobahn, Eisenbahn und Bundesstraße situiert. Just dort will das Unternehmen um eine zweigeschoßige Produktionshalle mit 3300 Quadratmetern Nutzfläche, um ein Hochregallager mit 2300 Palettenstellplätzen sowie um ein Materiallager erweitern. Rund zehn Millionen Euro sollen in das Projekt fließen. Wenn es denn gebaut wird.

Im Vorfeld der Verhandlung um die Baubewilligung, die gewerbebehördliche Genehmigung sowie um die Bewilligung nach dem Naturschutzgesetz, die heute, Donnerstag, um 13.30 Uhr stattfindet, hat sich die Liste “Lebenswertes Klaus” zu Wort gemeldet. Ziel: Der zumindest vorläufige Baustopp, so Heinz Vogel von der Liste. Denn es gebe etliche Dinge zu klären, etwa die weitere Vorgangsweise in Sachen Fahrradweg, für den es keinen Platz mehr gebe. “Die Firma Pratopac müsste die Dienstbarkeit, die vereinbart wurde, abgelten. Bewertet wurde die Ablöse mit 112.000 Euro. Auch die Flächenwidmung sei fehlerhaft, so der streitbare Gemeindevertreter, “zum Teil nicht richtig gewidmet”. Fehler, so Vogel, die durchaus korrrigiert werden können. Ein einstweiliger Stopp des Bauprojekts könne und müsse der Bürgermeister veranlassen, zumindest bis das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) für das Gebiet abgeschlossen sei, fordert die Liste “Lebenswertes Klaus”. Dieses steht kurz vor Abschluss, “ich vermute, dass das von der Gemeinde absichtlich verzögert wird”. Der Vorwurf und die Forderung stehen auf dem Programm der Gemeindevertretungssitzung Ende des Monats.

Tatsächlich schwerwiegend ist aber die Forderung, das Hochregallager am sensiblen Sattelberg niedriger zu bauen. “In die Tiefe, wie es auch die Wirtschaftskammer schon vorgeschlagen hat”, so Vogel. Doch kein Lager, sondern eine Tiefgarage statt des Freifläche-Parkplatzes solle dort entstehen, wünscht sich Vogel, um das knappe Gut Boden einzusparen.