Jäger baut neue Zentrale in Bludenz

Markt / 17.04.2019 • 22:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Schrunser Bauunternehmen bündelt Verwaltung und Geschäftsführung, 100 Arbeitsplätze werden verlagert.

Schruns, Bludenz Autofahrer, die in Bludenz einen Parkplatz suchen, werden in Zukunft umdenken müssen. Denn auf einer der größten innerstädtischen Parkflächen soll schon bald ein Firmengebäude in die Höhe wachsen. Das Schrunser Bauunternehmen Jäger Bau plant den Bau eines Bürogebäudes in der Herrengasse, gleich neben der Zentrale eines anderen großen Bludenzer Unternehmens, der Firma Bertsch.

Attraktiver Standort

Am Mittwochnachmittag wurden in Schruns die Mitarbeiter der betroffenen Jäger-Unternehmen Jäger Beteiligungsgesellschaft, Jäger Bau, STAG Gruppe, Jäger Immobiliengesellschaft, Jäger AlpinLodges Bau-& Management GmbH und Bad 2000 von den Geschäftsführern Guntram Jäger und Nikolaus Gassner über den kommenden Umzug informiert. Guntram Jäger im Gespräch mit den VN zu dieser Entscheidung: „Für uns war vor allem das Recruiting von Mitarbeitern ein Grund für den Standortwechsel.“ Die gute Erreichbarkeit und der attraktive Standort mitten in der Stadt seien gute Voraussetzungen, um die erfolgreiche, dynamische und nachhaltige Entwicklung des Unternehmens, das knapp 600 Mitarbeiter beschäftigt, zu gewährleisten.

Für die Gemeinde Schruns ist die unternehmerische Entscheidung des Bauunternehmens, den Standort zu wechseln, sicher kein Grund zur Freude. Es ist binnen kurzer Zeit das zweite produzierende Unternehmen nach der Firma Gantner Electronic, das den Hauptort des Montafons verlässt. Beide Firmen sind nicht nur als Kommunalsteuerzahler wichtig für die Gemeinde, sondern auch als Arbeitgeber in der überwiegend touristisch ausgerichteten Talschaft. Schon zuvor wechselte die Illwerke-Montafon-Zentrale in den Nachbarort Vandans. Anders sieht es in Bludenz aus: In der Stadt begrüßt man, so ist zu hören, das Unternehmen, ein weiterer Erfolg für die Standortpolitik der Alpenstadt. „Wir zahlen nicht nur Kommunalssteuer, sondern unsere Mitarbeiter beleben auch die Innenstadt“, weist Jäger auf einen weiteren Aspekt hin.

Bauhof bleibt im Montafon

Rund 100 Arbeitsplätze werden in Bludenz angesiedelt. Die Werkstätten und Lagerplätze bleiben im Montafon, wobei das Betriebsareal an der Rhätikonkreuzung, wo heute die – sobald eine sinnvolle Verwertung dieser Flächen möglich ist – an den erst vor wenigen Jahren errichteten Betriebsstandort „in der Mauren“ verlegt wird. Und die meisten Mitarbeiter sind nicht an den Standorten anzutreffen, sondern auf Baustellen in Österreich und international. Mit den Vertretern der Stadt Bludenz unter der Leitung von Bürgermeister Mandy Katzenmaier und Vizebürgermeister Mario Leiter verhandeln die Jäger-Chefs Guntram Jäger und Nikolaus Gassner bezüglich des Erwerbs eines geeigneten Grundstücks zur Errichtung einer neuen Firmenzentrale.

Die Gespräche über den Erwerb der Liegenschaft am alten „Viehmarktplatz“ im Stadtzentrum sind so weit fortgeschritten, dass das Grundstücksgeschäft am 25. April bei einer Sitzung des Stadtrates abgesegnet werden soll. Danach wolle man zeitnah mit der Planung des neuen Firmensitzes beginnen.

Jäger Bau wird für den Bau, der rund 20 Millionen Euro kosten wird, einen Architekturwettbewerb ausschreiben, so Jäger, um ein besonders attraktives und repräsentatives Gebäude zu errichten. Was bereits gemacht wurde, ist eine Baukörperstudie in der internen Planungsabteilung des Bauunternehmens. Einen Zeitplan gibt es auch schon. Die Eröffnung der neuen Zentrale ist für Ende des Jahres 2021 vorgesehen.

„Für uns ist das Recruiting von Mitarbeitern der wichtigste Grund für den Standortwechsel.“

Jäger Bau Fakten

Gegründet 1922

Gesellschafter Jäger Privatstiftung

Geschäftsführung Guntram Jäger, Nikolaus Gassner

Mitarbeiter 600, davon 534 in Vorarlberg, 14 Lehrlinge

Umsatz 2018 174 Millionen Euro

Export 12 Prozent

Tochterfirmen u. Beteiligungen u. a. STAG, Bad 2000