Head mit Goldlauf

14.05.2019 • 20:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Skirennläuferin Nina Ortlieb fährt mit Ski von Head (hier beim Training in Sölden). gepa
Die Vorarlberger Skirennläuferin Nina Ortlieb fährt mit Ski von Head (hier beim Training in Sölden). gepa

Rekordumsatz für Sportartikelhersteller dank starkem Wintersportgeschäft.

Kennelbach 2018 gewann Tennisspieler Alexander Zverev als erster Deutscher seit Boris Becker das Finale der ATP-WM. Abfahrtsspezialist Aksel Lund Svindal holte sich bei den Olympischen Spiele in Pyeongchang Gold in der Abfahrt. Was sie gemeinsam haben? Sie vertrauen auf Material von Head.

Für den Sportartikelkonzern war 2018 ein höchst erfolgreiches Jahr. Nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich. Mit 433 Millionen Euro (+ 1,2 %) wurde ein Rekordumsatz erzielt. Beim Gewinn liege man ähnlich dem Vorjahresniveau, sagt Finanzvorstand Günter Hagspiel im VN-Gespräch.

Besonders stark zeigte sich die Umsatzentwicklung im Wintersport, jenem Bereich, der bei Head für 45 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich ist. „Die guten Zahlen von 2018 sind das Resultat aus dem sehr guten Winter 2017/18 und dem frühen Start in die Wintersaison 2018/19“, erklärt Wintersportchef Klaus Hotter. Man sei in allen Kategorien – Ski, Skischuhe, Bindungen und Snowboards – gewachsen. Geografisch kam das größte Umsatzwachstum aus den USA und Kanada. Dort sei man in den vergangenen Jahren etwas unterrepräsentiert gewesen. Nun könne man vor allem mit der Freeride-Serie (KORE) punkten.

Auch wenn der Skimarkt in den vergangenen Jahren insgesamt kleiner geworden ist und deutlich mehr geliehen wird, an den Skifahrtagen hat das nichts geändert. Sie lagen in der Wintersaison 2017/18 bei rund 350 Millionen im Jahr. Vor allem aus China und Russland kommt ein großes Wachstum. „In China sind die Skifahrtage in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen. In Russland erlebt vor allem Sotschi einen Boom“, betont Hotter.

Gute Auftragslage

Auch für das Jahr 2019 ist er optimistisch. Die Auftragsbücher seien bereits gut gefüllt. „85 Prozent haben wir bereits als fixe Aufträge in den Büchern. Der Auftragseingang ist positiv und liegt über dem Vorjahr. Wir werden heuer weiter wachsen“, sagt der Wintersportchef. Auch in diesem Jahr werde die größte Steigerung aus Nordamerika kommen.

Im Racketbereich, wo Head rund 40 Prozent des Umsatzes erzielt, musste der Sportartikelhersteller indes einen Rückgang hinnehmen. „Die Zahl der aktiven Tennisspieler wird nicht weniger. Das sehen wir an der Zahl der verkauften Tennisbälle. Allerdings kauft man weniger neue Schläger“, erklärt Günter Hagspiel. Für heuer ist er aber zuversichtlich, dank neuer innovativer Produkte wieder zulegen zu können.

Ähnlich sieht es im Tauchsport aus, wo man mit einer derzeit schwierigen Marktentwicklung konfrontiert sei. Besser lief es indes bei der Sportbekleidung. Vor allem bei der Wintersportbekleidung konnte Head um 50 Prozent zulegen, wenn auch ausgehend von einem niedrigen Niveau. „Hier sehen wir aber auch in Zukunft großes Wachstumspotenzial“, so Hagspiel. Im fünften Geschäftsbereich von Head, den Lizenzen, wurde ein Rekordumsatz erzielt.

50 Jahre Kennelbach

„2018 war in Summe sehr positiv und auch der Ausblick auf 2019 ist sehr gut. Es könnte wieder ein Rekordjahr werden“, ist der Finanzvorstand optimistisch. Zugleich steht heuer noch ein großes Jubiläum an: Seit nunmehr 50 Jahren ist Head in Kennelbach beheimatet.

„Bei den Aufträgen im Wintersport liegen wir auch heuer deutlich über dem Vorjahr.“

„2018 war ein super Jahr, in dem wir erneut einen Rekord geschafft haben.“

Der Deutsche Tennisspieler Alexander Zverev vertraut auf Material von Head. AFP
Der Deutsche Tennisspieler Alexander Zverev vertraut auf Material von Head. AFP

Fakten

gegründet 1950, 1969 Eröffnung in Kennelbach

Umsatz 433 Millionen Euro (+1,2 Prozent, währungsbereinigt + 2,8 Prozent)

Mitarbeiter 350 in Vorarlberg, 2500 weltweit