Rote Karte für den Stress

Markt / 17.05.2019 • 09:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer mit sich selbst achtsam umgeht, kann auch Stress besser bewältigen. Pexels
Wer mit sich selbst achtsam umgeht, kann auch Stress besser bewältigen. Pexels

Judith Pichler hat Achtsamkeitsübungen ausgearbeitet.

Stressbewältigung „Stress ist fixer Bestandteil des Arbeitsalltags und lässt sich in vielen Berufen kaum vermeiden“, weiß Judith Pichler. Dennoch kennt die Achtsamkeitstrainerin und selbstständige Unternehmensberaterin Strategien zu Stressbewältigung am Arbeitsplatz.

„Wir können eine innere Einstellung entwickeln, damit wir geschickter mit Stresssituationen umgehen können“, sagt die Rankweilerin. Häufig seien es nicht die Umstände selbst, die uns leiden
lassen, sondern die Geschichten und Interpretationen, die wir uns innerlich darüber erzählen. Dagegen hilft, sich mit dem eigenen Denken und Fühlen weniger zu verstricken.

„Auch Achtsamkeit hilft, das Zusammenspiel von Gedanken, Gefühlen und daraus entstehenden Reaktionen im Körper zu erkennen und in der jeweiligen Situation angemessen vorzugehen“, erklärt Pichler und fügt hinzu: „Dabei ist es wichtig, den Geist darin zu trainieren, sich immer wieder auf das Hier und Jetzt zu besinnen.“

Wer mit sich selbst achtsam umgeht, kann auch Stress besser bewältigen. Pexels
Wer mit sich selbst achtsam umgeht, kann auch Stress besser bewältigen. Pexels

Judith Pichler hat für die VN eigene Achtsamkeitsübungen zusammengestellt

Achtsam zur Arbeit Nehmen Sie auf dem Weg zur Arbeit Ihre Umgebung bewusst wahr und seien Sie nicht schon in Gedanken bei der Arbeit. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, lassen Sie das Radio ausgeschaltet und spüren Sie, wie Ihre Hände das Lenkrad berühren und Ihre Füße die Pedale bedienen. Machen Sie an jeder roten Ampel eine innerliche Pause und nehmen Sie wahr, wie Ihr Atem in Sie ein- und wieder ausströmt.

Monotasking statt Multitasking Machen Sie nur eine Sache zu einer Zeit. Wenn Sie eine Arbeit besonders konzentriert ausüben müssen, schließen Sie Outlook und leiten Sie das Telefon um, sodass Sie nicht abgelenkt sind. Nicht alles muss sofort beantwortet werden und Sie müssen auch nicht in jeder Minute informiert sein über eingehende E-Mails.

Durchatmen vor dem Telefonieren Halten Sie einen Moment inne und nehmen einen bewussten Atemzug, bevor Sie den Hörer abheben. Häufig werden wir durch ein Telefonat aus einer Arbeit gerissen und fühlen uns dadurch fremdbestimmt. Eine kurze Atempause hilft, für sich selbst zu sorgen und anschließend fokussiert ins Gespräch zu gehen.

Bewusst in die Besprechung gehen Wann immer Sie auf dem Weg in eine Besprechung sind, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das Gehen selbst. Meistens sind wir während des Gehens in Gedanken woanders, z. B. bei den Themen, die nachher besprochen werden. Achtsames Gehen bringt Sie zurück ins Hier und Jetzt. Dabei müssen Sie nicht langsam gehen, sondern einfach die Aufmerksamkeit zu den Fußsohlen lenken.

„Achtsamkeitsreminder“ Stellen Sie sich am Arbeitsplatz eine Erinnerung zum Durchatmen auf – etwa einen Stein. Wenn Sie Ihr Achtsamkeitsobjekt während des Tages ansehen, nehmen Sie kurz wahr, wie es Ihnen gerade geht und machen Sie einige bewusste Atemzüge. Wenden Sie sich nach diesem kurzen Check wieder bewusst Ihrer Arbeit zu.

Gedanken loslassen Macht Ihnen eine erlebte Situation oder ein Gespräch zu schaffen, dann grübeln Sie nicht unnötig lange darüber nach. Lassen Sie die Gedanken ziehen und spüren Sie, wie Ihre Füße fest auf dem Boden stehen. Wiederholen Sie diese Übung, wann immer belastende Gedanken auftauchen. So trainieren Sie Ihren Geist, in den jeweiligen Moment zurückzukehren und nicht Opfer von Stress zu werden.

Dr. Judith Pichler, lebt in Rankweil, Achtsamkeitstrainerin und Unternehmensberaterin, www.judith-pichler.com. Ein sechswöchiger Achtsamkeitskurs startet am 28. Mai.