Fairtrade immer beliebter. Vorarlberger Firmen sind größte Partner

Markt / 25.05.2019 • 10:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fairtrade-Österreich-Geschäftsführer Hartwig Kirner (M.) mit seinen Vorarlberger Partnern Werner Gunz und Peter Pfanner. VN/STEURER

Fairtrade boomt in Österreich. Zwei Firmen aus dem Land als größte Partner.

Wien, Lauterach, Mäder Als sich der Lauteracher Fruchtsafthersteller entschloss, Partner der Fairtrade-Organisation zu werden, wurde er in der Branche belächelt, dem Lebensmittelhändler Gunz in Mäder ging es nicht anders. Heute ist das Fairtrade-Label für viele Konsumenten Voraussetzung bei der Auswahl von Lebensmitteln. Das zeigt sich eindrucksvoll in der Fairtrade-Bilanz für das Jahr 2018. 333 Millionen Euro wurden umgesetzt, ein Wachstum von neun Prozent. Damit ist Österreich unter den Top-5-Fairtrade-Ländern weltweit.

„Gute Kombination“

Zurückzuführen ist das, so Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich, auf eine Kombination: Zum einen hat sich die Verfügbarkeit der Rohstoffe bzw. Produkte auf Seiten der Erzeuger erhöht, zum anderen kaufen immer mehr Konsumenten die Ware mit dem grünblauen Label. Außerdem braucht es bei jenen Produkten, die weiterverarbeitet werden, starke Partner. Besonders gefreut hat Kirner, dass sich die Firma Gunz entschlossen hat, nur noch Fairtrade-Schokolade anzubieten. Über 1200 Tonnen waren es im vergangenen Jahr, so Werner Gunz auf VN-Anfrage. Das ist fast die Hälfte der Fairtrade-Kakaobohnen, die in Österreich verarbeitet wurden. Ein Champion, wie Kirner bestätigt. Während Gunz österreichischer Meister ist, ist Pfanner Weltmeister: 30 Millionen Liter  fairen Fruchtsaft setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr ab, so Peter Pfanner. Für die Rohware zahlt Pfanner rund 50 Prozent mehr, als sonst am Weltmarkt verlangt wird. Doch er weiß das Geld gut angelegt. Von der Differenz zum Weltmarktpreis fließt eine Hälfte den Produzenten zu, die andere wird für Schulen und Krankenhäuser, etc. verwendet.

Aber Hartwig Kirner hat trotz Rekordumsatz nicht nur Grund zum Jubel. Die Kaffeepreise sind im Keller, damit werden nicht einmal die Produktionskosten eingespielt, die Kakaobohnenpreise erholen sich momentan wieder. „Immerhin werden damit wieder die Produktionskosten abgedeckt.“

Fairtrade Bilanz 2018

Umsatz 333 Millionen Euro (+9%)

Direkteinnahmen Produzenten 49 Mill. US-Dollar durch Verkauf in Österreich

Produkte (u. a.) 27.857 Tonnen Bananen (+20%), 3217 Tonnen Kakaobohnen (+19,7%), 942 Tonnen Fruchtsaftkonzentrat (-2%)