Firmengruppe Zech hat Plan für die Schlamm-Entsorgung

Markt / 27.05.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zech hat genug Kies, allerdings hat der Kies einen hohen Schlammanteil. FA

Im Bereich Tschalenga-Au in Nüziders soll ein 800 Meter langer Damm vor dem Hangfuß errichtet werden.

Nüziders Die Firmengruppe Zech mit den Bereichen Kies, Beton und Energie mit Sitz in Nüziders möchte die Entsorgung des bei der Gewinnung von Kies aus dem Schesa-Murbruch anfallenden Schlammes mit einem Dammprojekt für die kommenden Jahre sicherstellen. Denn während andere Rohstoff-Unternehmen mitunter über einen Mangel an geeigneten und bewilligten Abbaustätten in Vorarlberg klagen, hat Zech Kies das gegenteilige Problem. Der Schesa-Murbruch bei Bürs liefert Kies für Jahrzehnte. Allerdings hat der dort gewonnene Kies einen hohen Schlammanteil. Nach dem Waschen des Kieses muss der Schlamm – rund 100.000 Kubikmeter pro Jahr – entsorgt werden. Das geschieht derzeit in sogenannten Waschschlammbecken in der Tschalenga-Au in Nüziders.

„In spätestens zwei Jahren sind unsere vorhandenen Kapazitäten für den Schlamm aber erschöpft“, so Zech-Geschäftsführer Christof Wirth. Deshalb plane das Unternehmen die schrittweise Errichtung eines rund 800 Meter langen Dammes am Hangfuß im Bereich Tschalenga-Au. Der bis zu 20 Meter hohe Damm mit einer befahrbaren Krone von rund acht Metern Breite werde u. a. aus Erdaushub errichtet. Die Fläche zwischen Damm und Hangfuß werde in den kommenden Jahren Zug um Zug verfüllt.

800.000 Kubikmeter Schlamm

Damit entstehe im Endausbau ein Fassungsvermögen für rund 800.000 Kubikmeter Schlamm. „Mit dieser Lösung sollten wir für die kommenden zehn Jahre die Entsorgung sicherstellen können“, so Wirth. Derzeit seien die Behördenverfahren am Laufen. Gibt es grünes Licht, so sollen im zweiten Halbjahr 2019 die ersten Arbeiten starten. Die Verfüllung sei ab 2020 vorgesehen. Das Investitionsvolumen beziffert Wirth mit mehr als einer Million Euro. Darin seien auch die Kosten für Grundstückskäufe in dem Gebiet enthalten.

Die Firmengruppe Zech besteht aus den drei Geschäftsbereichen Kies- und Sandgewinnung (Zech Kies GmbH), Transportbeton-Herstellung (VLB Vorarlberger Lieferbeton GmbH) sowie Stromerzeugung (Alfenzwerke Elektrizitätserzeugung GmbH). Die zwei Kieswerke befinden sich in Nüziders und in der Nähe der Rheinmündung auf einem Kieswerk- und Baggerschiff. Insgesamt werden pro Jahr rund 500.000 Tonnen Kies aus dem Schesa-Murbruch gewonnen. Weitere 200.000 Tonnen stammen aus dem Rhein. Dazu kommen Zukäufe, Tobelräumungen und diverse Kies-Aushübe im Land. Insgesamt produziert Zech Kies so rund eine Million Tonnen Kies und Sand pro Jahr Des Weiteren unterhält Zech einen Steinbruch. Im Vorjahr wurde mit 120 Mitarbeitern ein Umsatz von etwa 43 Millionen Euro erzielt. „Wir sind mit der aktuellen Entwicklung sehr zufrieden. Das ist nicht zuletzt der guten Baukonjunktur geschuldet“, so Wirth.

Angesprochen auf die Rohstoff-Versorgung in Vorarlberg und das Transportaufkommen sagt Wirth, dass es finanziell für Kies einen Transportradius von etwa 70 Kilometer gebe. „Danach rechnet es sich nicht mehr.“ Bei Beton sei es noch eingeschränkter, da der Baustoff binnen 90 Minuten nach der Verladung auf den Lkw auf der Baustelle verbaut werden müsse.