Lebensmittelhändler Feneberg kämpft gegen Krise

03.06.2019 • 15:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Feneberg sichert in Riezlern seit Jahren die Nahversorgung. Viel Geld gekostet hat aber der frühe Einstieg in den Online-Handel. FA

Die Allgäuer Einzelhandelskette muss saniert werden. Markt in Riezlern gesichert.

Kempten, Riezlern Die Allgäuer Handelskette Feneberg betreibt in Süddeutschland 75 Filialen, außerdem eine in Vorarlberg. Der Markt in Riezlern erfüllt seit Jahren eine wichtige Nahversorger-Funktion, hat aber inzwischen österreichische Konkurrenz bekommen. MPreis betreibt im Kleinwalsertal zwei Märkte, den kleineren davon in Riezlern, Spar hat erst in diesem Winter einen Markt startklar gemacht und betritt mit der Eröffnung des ersten Sparmarkts im Kleinwalsertal am 25. Juni Neuland. Feneberg bedient auch entlang der Grenze und vor allem im Lindaupark zahlreiche Vorarlberger Kunden mit einem breiten Sortiment und vielen regionalen Lebensmitteln, die bei Feneberg „VonHier“ genannt werden.

Teures Online-Experiment

Feneberg hat in den vergangenen Jahren eine ambitionierte Expansion verfolgt. Neben der stationären Expansion war es aber der frühe Einstieg ins Online-Geschäft, das viel Geld kostete. Außerdem wurde gleichzeitig am Hauptsitz die Großmetzgerei umgebaut. Zum Engpass sind für das Familienunternehmen, das 2018 nicht ganz 400 Millionen Umsatz gemacht hat, auch die hohen Pensionsrückstellungen geworden. Feneberg beschäftigt rund 3200 Mitarbeiter und unterhält alleine mit regionalen Lebensmittelproduzenten und Landwirten rund 600 Geschäftsbeziehungen.

 Mussten die Notbremse ziehen: Die Brüder Hannes und Christof Feneberg haben für die Sanierung der Supermarktkette ein Konzept vorgelegt.FA
Mussten die Notbremse ziehen: Die Brüder Hannes und Christof Feneberg haben für die Sanierung der Supermarktkette ein Konzept vorgelegt.FA

Nun haben die Brüder Hannes und Christoph Feneberg ein Sanierungskonzept vorgestellt, das die Firma wieder in die Spur bringen soll. Mit dem Betriebsrat wurde ein Gehaltsverzicht ausgehandelt. Die Mitarbeiter verzichten demzufolge auf Beträge zwischen 3,2 und 4,3 Prozent ihres Bruttogehalts, ab 2020 bekommen sie bis auf Weiteres kein Urlaubsgeld mehr. Außerdem sei ein Personalabbau unabdingbar. Die geplante Expansion wird indes fortgesetzt. 15 Märkte sind in Planung oder werden auf den neuesten Stand gebracht. Das kostet etwa 70 bis 80 Millionen Euro.

Sparen mit Edeka

An der Sanierung beteiligt sich auch die Eigentümerfamilie, die einen zweistelligen Millionenbetrag ins Unternehmen einbringe. Die Sparkasse Allgäu hat als Hausbank weitere Kredite in Aussicht gestellt, um das strauchelnde Unternehmen wieder auf starke Beine zu stellen. Einsparungen in Verwaltung und Logistik sollen durch eine enge Zusammenarbeit mit der Edeka-Organisation, deren größter Händler das Allgäuer Unternehmen nun ist, realisiert werden.

Feneberg Fakten

Gründung 1947

Geschäftsführung und Gesellschafter Christof Feneberg, Hannes Feneberg

Mitarbeiter über 3200

Umsatz 2018 rund 400 Millionen Euro

Filialen 76 in Bayern, Baden-Württemberg und Vorarlberg (1)

Märkte und Marken Feneberg, Kaufmarkt, VonHier, FeBio

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