Wiener Städtische mit starkem Wachstum in Vorarlberg

Markt / 17.06.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesdirektor Burkhard Berchtel, Generaldir. Robert Lasshofer, Vorstand Doris Wendler: „2018 war ein gutes Jahr“.  VN/STIPLOVSEK

Sachsparte und Krankenversicherung als Treiber. Zehn neue Mitarbeiter gesucht.

Hohenems Die Wiener Städtische Versicherung ist im vergangenen Jahr in ganz Österreich ordentlich gewachsen mit einem Prämienvolumen von ganz knapp über drei Milliarden Euro. Einen Schub erfuhr das Geschäft der Wiener Städtischen auch durch die Übernahme der S-Versicherung.  In Vorarlberg betrugen die Prämieneinnahmen im Jahr 2018 98,9 Millionen Euro und die Wiener Städtische ist mit einem Marktanteil von 12,6 Prozent „auf dem Stockerl“, freut sich Generaldirektor Robert Lasshofer im Gespräch mit den VN und weist darauf hin, dass man das Assekuranz-Geschäft zuweilen als „fad“ bezeichne. „Doch Fad ist ein Wert an sich“, stellt er klar, dass es bei Versicherungen am besten läuft, wenn nichts passiert. Das vergangene Jahr war dementsprechend fad. Die Ergebnisse präsentierten Lasshofer, Vorstandsdirektorin Doris Wendler und Landesdirektor Burkhard Berchtel bei der Beiratssitzung des Unternehmens in Hohenems.

Elementarrisiko Cybercrime

Dass die Versicherungen allgemein und die Wiener Städtische im speziellen 2018 gewachsen sind, hat mit der Konjunktur zu tun – aber auch mit neuen Produkten, wie Versicherungen gegen Cyber-Kriminialität. Für Wendler, für das Ressort Schaden-/Unfallversicherung zuständig, ist klar, dass Cyber-Angriffe sich neben den Naturkatastrophen zum Elementarrisiko entwickelt. „Das Bewußtsein für diese Gefahr steigt kontinuierlich“, berichtet sie. Auch weil die Versicherung dafür sorge, dass das Bewußtsein bei privaten wie Firmen-Kunden größer werde, sagt sie vor allem in Richtung kleinere Unternehmen, die „genauso von der Gefahr betroffen sind wie die großen.“

Elementarrisiken machen den Versicherern generell Sorgen. Denn obwohl das vergangene Jahr in Österreich und Vorarlberg halbwegs glimpflich verlief, fordert Lasshofer einen globalen Schulterschluss, um den Gefahren des Klimawandels zu trotzen. Dass das nicht leicht wird in der gegenwärtigen weltpolitischen Lage, ist ihm klar: „Nur alle gemeinsam können da was bewegen.“ Gut findet der Versicherungsmanager, dass im Veranlagungsbereich Nachthaltigkeit immer wichtiger wird. Im ersten Quartal 2019 drückt vor allem die Schneelast die Versicherer. „Viele Schäden zeigen sich erst jetzt, aber bislang kosten die Schäden unser Unternehmen eine knapp zweistellige Millionensumme“, gibt Wendeler Auskunft.

Schwierig war und ist das Geschäft mit Lebensversicherungen aufgrund der Niedrigzinspolitik, das im letzten Jahr eine „rote Null“ bescherte, während Pflege- und Krankenversicherungen steigenden Zulauf verzeichnen. Deshalb würde Berchtel gerne zehn Mitarbeiter einstellen, denn die Versicherung setze auf regionale Präsenz und persönliche Betreuung.

wiener Städtische 2018/19

Prämieneinnahmen Vorarlberg 99.8 Mill. Euro

Marktanteil 12,6 %

Entwicklung Schaden/Unfall +7,7 %, Krankenversicherung +6,1%, Lebensversicherung +-0%

Schäden wegen Naturereignissen 1,34 Mill. Euro

Prämien Österreich 2018 3 Mrd. Euro, 1. Quartal 2019 1 Mrd. Euro

Mitarbeiter Österreich 3900