300 Millionen Schilling verschwunden

04.07.2019 • 20:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
OeNB-Direktor Armin Schneider gibt gerne Euro für Schilling.VN/Hartinger
OeNB-Direktor Armin Schneider gibt gerne Euro für Schilling.VN/Hartinger

Nochmals Gelegenheit zum Tausch: Eurobus im Land unterwegs. 

Dornbirn Armin Schneider, Direktor der Österreichischen Nationalbank (OeNB) für Westösterreich, versteht es, Bilder zu erzeugen. Statt graue Zahlen zu präsentieren, rechnet er um: In Autos, Wohnungen, Berge und Kirchtürme. Mit den immer noch in Umlauf befindlichen 300 Millionen Schilling in Vorarlberg „könnte man 20 Eigentumswohnungen kaufen“, rechnet er vor. Und das sind nur die Schilling-Scheine. Alleine für die verschwundenen Münzen gäbe es noch 42 Ferrari. Die Münzen, die in Schatzkisten, Tresoren, unter Dielen und hinter Mauern verborgen liegen, wiegen schwer. 720 Tonnen – so viel wie acht Bodenseeschiffe.

Jetzt gibt es wieder die Möglichkeit, den Schilling-Schatz zu schrumpfen: Der Euro-Bus der OeNB hat am Donnerstag seine 18. Tour durch Vorarlberg begonnen. Der Andrang der Wechsler ist nach wie vor groß, obwohl Schneider eigentlich mit „zwei, drei Jahren“ gerechnet hat, bis das Geld umgetauscht ist. Wie oft die Bus-Crew noch Geld wechseln wird, weiß er nicht. Was er weiß, ist, dass der Bus in Zukunft auch andere Aufgaben wahrnehmen wird, etwa die Finanzerziehung von Schülern, die sei absolut wichtig.

73 Mal machte der Bus bisher in Vorarlberg Station, gewechselt wurden täglich 500.000 Schilling, also knapp 36.000 Euro. Auch am Donnerstag war der Andrang wieder groß. Ein Teil der vielen Schillinge ist allerdings für immer verloren: Das sind die Tranchen von 100-Schilling-Noten, die endgültig entwertet wurden: neun Millionen Euro oder 300 VW Golf, so Schneider. Ihn wundert zwar nicht mehr viel, was die Aufbewahrung von Schillingen angeht, was ihn aber doch verblüfft, ist, dass selbst die 5000-Schilling-Noten mit Mozart-Porträt scheinbar spurlos verschwunden sind. „In Vorarlberg fehlen 5000 Stück“. VN-sca

Bargeld in Zahlen

18 Mittelklassewagen könnte man alleine mit den fehlenden Groschenmünzen aus Vorarlberg kaufen.

 

1,10 Euro gibt es beim Umtausch einer silbernen 5 Schilling-Münze – auf jeden Fall ein guter Deal

 

360 Fälschungen wurden 2018 in Vorarlberg sichergestellt, das ist jede 78.000ste Note.

Der Eurobus ist heute am Johanniterplatz in Feldkirch und morgen, Samstag, am Sparkassenplatz in Bregenz zu Besuch.