Anzeige: 18-Stunden-Arbeitstag in Vorarlberger Hotel

10.07.2019 • 17:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zu lange Arbeitszeiten in der Hotellerie sorgten für Anzeigen. APA
Zu lange Arbeitszeiten in der Hotellerie sorgten für Anzeigen. APA

Schlagabtausch nach Verstößen gegen Arbeitszeitgesetz in Vorarlberger Hotels.

Bregenz, Feldkirch Einen Bärendienst haben drei Hoteliers aus dem Montafon und vom Arlberg ihren Kollegen erwiesen, die gegen den Mangel an Mitarbeitern mit guten Arbeitszeiten und Mitarbeiterinitiativen ankämpfen. Die drei Hoteliers ließen Mitarbeiter bis zu 18 Stunden pro Tag und 91 Stunden pro Woche schuften. Dafür wurden sie angezeigt, wie Elisabeth Martin, stellvertretende Leiterin des Arbeitsinspektorats, berichtet. Das waren nur die gravierendsten Mängel der Schwerpunktaktion. Übertretungen stellte das Arbeitsinspektorat in 23 von 57 überprüften Betrieben fest.

Die Arbeitszeitregeln müssen dringend an die Bedürfnisse im Tourismus angepasst werden, fordert nun Andrew Nussbaumer, stv. Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, denn im Vergleich zu anderen Branchen habe der Tourismus saisonal bedingte Besonderheiten: „Die Arbeit fällt dann an, wenn der Gast bei uns im Urlaub ist. Dabei gibt es zeitlich bedingte Auslastungsspitzen. Es ist illusorisch zu glauben, dass ein Betrieb für einen so kurzen Zeitraum um bis zu 20 Prozent mehr Mitarbeitende gewinnen kann.“ Das Arbeitszeitgesetz lasse diesbezüglich sozialpartnerschaftlichen Spielraum offen. Seit Monaten verhandle man deshalb mit der Gewerkschaft vida – bisher ohne Erfolg. Das wird auch künftig nicht einfacher: „Die Anzahl und das Ausmaß der Verstöße bildet eine neue Dimension und stellt den größten Skandal der letzten Jahre dar“, kommentiert nämlich Vida-Vorarlberg-Chef Reinhard Stemmer die Kontrollen.

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