N26 startet in den USA

11.07.2019 • 20:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
N26-Mitbegründer Valentin Stalf im Juni auf der Interactive West. VN/Sams
N26-Mitbegründer Valentin Stalf im Juni auf der Interactive West. VN/Sams

Smartphone-Bank schaltet erste
Kundenkonten in Amerika frei.

Berlin Die von Österreichern gegründete Smartphone-Bank N26 hat ihr Geschäft auf die USA ausgedehnt. Am Donnerstag wurden die ersten Kunden von einer Warteliste von rund 100.000 Interessenten freigeschaltet. „Nun geht es wirklich los“, sagt N26-Mitbegründer Valentin Stalf. In den USA will N26 vor allem damit punkten, dass die Grundvariante des Kontos kostenlos ist und die Anwender über ihr Smartphone in Echtzeit einen Überblick über ihre Finanzen haben. Zudem verlange man im Gegensatz zu den meisten US-Banken keine Mindestumsätze. „Hier kommt eine Innovation aus Europa in die USA, während das sonst ja eher in die andere Richtung läuft“, so Stalf. Nach der kurzen Startphase würden wöchentlich bis zu 10.000 neue Konten aktiviert.

N26 ist in den USA nicht mit einer eigenen Banklizenz unterwegs, sondern arbeitet mit der kalifornischen Direktbank Axos zusammen. Sie sei für alle regulatorischen Fragen verantwortlich. „Dort liegt auch das Geld, das damit auch über den amerikanischen Einlagensicherungsfonds FDIC abgesichert ist.“ Während N26 in Europa mit Mastercard zusammenarbeitet, ist in den USA Visa der Kooperationspartner. Die App sehe sonst in den USA quasi genau so aus wie in Deutschland oder Europa. Wegen der regulatorischen Bedingungen gebe es im Hintergrund aber Unterschiede. „So werden die Daten der US-Kunden auf Servern in den USA gespeichert, während die Daten der Kunden aus Europa in europäischen Rechenzentren liegen.“

Über 3,5 Millionen Kunden

N26 wurde 2013 gegründet und befindet sich auf Wachstumskurs. Im Juni hat die Firma die Marke von 3,5 Millionen Kunden überschritten, das monatliche Transaktionsvolumen hat nach Angaben des Unternehmens die Schwelle von zwei Milliarden Euro erreicht. Nachdem der Kundenservice zuletzt Thema kritischer Medienberichte war, wurde dieser inzwischen spürbar verbessert, so Stalf. N26 verdient sein Geld vor allem mit Zusatzleistungen wie einer Premium-Mitgliedschaft, die bestimmte Versicherungsleistungen beinhaltet. Zwischen 20 und 30 Prozent der N26-Kunden hätten sich für ein solches Premium-Konto entschieden, sagt Stalf. Im Vergleich zu etablierten Banken stehe N26 aber nicht unter einem so hohen Erlösdruck, da die Kosten viel niedriger seien.