Barber-Shops sorgen für Unmut: Jetzt ist der Bart ab

Markt / 25.07.2019 • 18:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für viele Vorarlberger Friseure ist der Bart ab. Statt modischer Bartfrisuren fordern sie ordentliche Geschäftsgebarung in vielen (nicht allen) Barbershops.APA

Friseure und Finanzpolizei haben in Vorarlberg ein scharfes Auge auf Barbershops.

Feldkirch Ein gepflegter Bart, am besten zusammen mit einem relativ kurz geschorenen Kopfhaar, ist für Hipsters bereits seit einigen Jahren Pflicht. So ein Bart kann ein echtes Kunstwerk sein und braucht Pflege. Zeigen will man ihn unter Bärtigen natürlich auch. Das hat nicht nur in Großstädten, sondern auch in Vorarlberg die Ausbreitung sogenannter Barbershops bewirkt, die oft mehr Gäste haben als manche Bar. Und die machen den Friseuren, aber auch der Finanzpolizei in ganz Österreich Sorgen.

Aktion scharf angekündigt

Denn mit den Barbershops ist den Herrenfriseuren nicht nur neue Konkurrenz erwachsen, sie sehen sich auch unfair ausgebremst. Denn die Preise für Haarschnitte bei den Barbieren sind oft deutlich unter jenen der Branch, liegen zwischen zehn und zwölf Euro. Und die Öffnungszeiten werden deutlich liberaler gehandhabt, oft bis tief in die Nacht hinein. Das stößt auch dem Vorarlberger Friseurinnungsmeister Günther Plaickner auf: „Viele dieser Barbershops können zu so einem Preis nur anbieten, weil sie keine Steuern zahlen und ihre Mitarbeiter nicht richtig anstellen“, beklagt er. Für ihn ist der Bart jetzt ab. Die Finanzpolizei werde deshalb im Herbst auch in Vorarlberg eine Aktion scharf starten, so Plaickner. Die hat sie in anderen Bundesländern bereits durchgeführt. in Kärnten habe man in 80 Prozent der kontrollierten Betriebe Verstöße festgestellt und 27 Anzeigen erstattet. Barbershops gibt es in Kärnten 25.

„Seriös kann man so nicht kalkulieren, wir wollen Regeln, die eingehalten werden.“

Günther Plaickner, Innungsmeister Friseure

Ähnlich die Bilanz der Aktion scharf durch die Finanzpolizei in der Steiermark. Dort gab es bei rund 60 Prozent der geprüften Betriebe Beanstandungen im Bereich der Registrierkasse, außerdem wurden illegal ausländische Arbeitskräfte beschäftigt und deshalb auch zu wenig Sozialleistungen abgeführt. Auch einen Gewerbeschein hatten nicht alle Betriebe.

Dass man als seriös arbeitender Betrieb da nicht mitkönne, sei klar, sagt Innungsmeister Plaickner, der auf Chancengleichheit pocht. Es gebe zwar in Vorarlberg nicht so viele Barbershops wie in Großstädten, doch die Konkurrenz, die sich nicht an die Regeln halte, schade den sowieso in hartem Wettbewerb stehenden Friseuren. „Wir sind es unseren Mitgliedern schuldig, dass wir etwas unternehmen“, begründet er die harte Kritik an den Shops, die ja trotz allem ebenfalls Mitglieder der Innung sind.