„Wir sind Teil der Energiewende“

Markt / 28.07.2019 • 16:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Laut Händlern wurden durch die Erneuerung von 3741 Anlagen in Vorarlberg 7182 Tonnen CO2 eingespart.VN/Steurer
Laut Händlern wurden durch die Erneuerung von 3741 Anlagen in Vorarlberg 7182 Tonnen CO2 eingespart.VN/Steurer

Vorarlberger Energiehandel beklagt subjektive Beurteilung von Energie.

Schwarzach „Wir sind bereit, die Dekarbonisierung mitzutragen und stehen voll zur Klimastrategie, die in Paris beschlossen wurde“, sagte der Sprecher des österreichischen Energiehandels, Jürgen Roth in einem Gespräch mit den VN. Das unterschreibt auch sein Vorarlberger Kollege Peter Aberer, der seit heuer Obmann des Vorarlberger Energiehandels ist.

Der Fahrplan müsse aber realistisch sowie sozial und wirtschaftlich verträglich sein. Und die Diskussion müsse objektiv und fair geführt werden, setzt er nach. Für ihn sei nicht einzusehen, warum nur Heizöl an den Pranger gestellt werde, einen anderer fossiler Energieträger, nämlich Erdgas, aber nicht. „Wahrscheinlich weil die Erdgasversorgung in Landeshand ist“, vermutet er.

Absatz halbiert

Dass keine neuen Heizölbrenner mehr installiert werden, damit hat sich die Branche wohl abgefunden, der Absatz hat sich in den vergangenen Jahren bereits halbiert. Dass aber bestehende Heizölanlagen stillgelegt werden sollen, dafür haben Aberer und Fachgruppen-Geschäftsführer Michael Hollersbacher kein Verständnis. Denn erstens seien zahlreiche Anlagen in den vergangenen Jahren optimiert worden und „haben eine bessere Klimabilanz“ als andere Heizsysteme, was durch Messungen und Studien auch belegbar sei, und andererseits habe man einen neuen Energieträger entwickelt. „Green liquid fuels“ nennt man Energieträger, die nicht fossiler Herkunft sind. Der Vorteil: Man kann den flüssigen Brennstoff in bestehenden Ölheizungen verwenden, es brauche keinen Umbau. Nach erfolgreichem Testbetrieb soll dieser synthetische Heizölersatz bereits in Anwendung kommen.

Hydrotreated Vegetable Oil (kurz HVO) nennt sich das Produkt in der Fachsprache. Es sei nicht fossiler Herkunft, werde aus Reststoffen, aber „nicht aus Lebensmitteln“ hergestellt und entspreche allen Emissionsrichtlinien. „Null Feinstaub“, verspricht Aberer. Für über 30.000 Haushalte im Land, die derzeit noch mit Öl heizen, sei das eine gute Nachricht. Denn man müsste keine großen Investitionen tätigen, um umweltfreundlich zu heizen. Die Investitionen sind nämlich ein großes Hindernis. Die meisten Besitzer von Ölheizungen sind ältere Menschen, die entweder nicht in der Lage oder nicht mehr willens sind, so viel Geld in die Hand zu nehmen. Das belegen auch die Förderansuchen: „80 Prozent der Ansuchen werden von Menschen gestellt, die über 50 Jahre alt sind“, so Hollersbacher.

Es gehe aber auch nicht an, dass man fast schon kriminalisiert werde, wenn man noch mit Öl heizt. Bezugnehmend auf den Begriff „Flugschämen“ spricht Hollersbacher von „Ölheizungsschämen“. Man traue sich gar nicht mehr zu sagen, dass man mit Öl heize. Aber zurück in die Gegenwart. Durch die Erneuerung von 3741 Anlagen in Vorarlberg habe man 7182 Tonnen CO2 eingespart und 2,7 Millionen Liter Heizöl weniger verbraucht im Land. „Das ist ein Ergebnis, das sich vorzeigen lässt“, unterstreicht Aberer den Willen der Branche, ihren Teil zur Klimastrategie beizutragen. VN-SCA

„Die Mineralölbranche ist Partner der Energiewende. Politiker müssen auch mit uns reden.“

Heizöl-Einsparungen 2009–2018

Erneuerte Anlagen 3741

Energieverbrauch Neuanlagen 2018 732.978

Einsparung Heizöl 2009–2018 2.659.851 Liter

Energieträger XTL flüssige Biomasse aus Abfall und Reststoffen