Nachhaltigkeit ist beim Bregenzer Textiler Wolford in Mode

Markt / 01.08.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das neue Shop-Konzept wurde in Amsterdam bereits umgesetzt und wird nun international ausgerollt. Geplant ist auch ein Ausbau des Shopnetzes. In China werden die ersten drei Geschäfte eröffnet. FA

Wolford dreht an vielen Schrauben, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen.

Bregenz Irgendwas kommt immer dazwischen. Damit muss man als Manager eines global agierenden Unternehmens rechnen. Im Weihnachtsgeschäft verhagelten zum Beispiel die Gelbwesten Wolford die geplanten Verkäufe in der Modemetropole Paris. Wolford kämpft – wie die gesamte europäische Textilwirtschaft – gleich an mehreren Fronten. Der stationäre Textilhandel in Europa geht seit Jahren zurück, große Ketten kämpfen ums Überleben. Und schließlich gibt es Standorte, die deutlich günstiger produzieren als Europa. In diesem Umfeld bewegt sich das Bregenzer Unternehmen, das im heurigen Jahr einen Umsatzverlust hinnehmen musste (die VN berichteten), aber das Ergebnis leicht verbesserte. Die Rückkehr in die Erfolgsspur will das Manangement mit einem Bündel an Maßnahmen erreichen.

Märkte

Europa bleibt auch in Zukunft wichtig. In den USA wolle man durchstarten und Marktanteile dazugewinnen. Doch richtig große Chancen sieht CEO Axel Dreher in Asien. In China werden schon in Kürze drei neue Shops eröffnet, die mit Hilfe des Partners und quasi Schwesterunternehmens FFBM (Fosun Fashion Brand Management) maßgeschneidert wurden. In Südkorea will man mit einem neuen Vertriebspartner Terrain gewinnen, und der wichtige japanische Markt, in dem Wolford schon ein gutes Standing hat, wird noch intensiver bearbeitet. Mit schnellem Gewinn dürfe man allerdings nicht rechnen, warnt Dreher im Gespräch mit den VN, der Markt werde nachhaltig entwickelt. Man werde auch weiterhin auf eigene Shops setzen, das neue Konzept wurde bereits in Paris und Amsterdam umgesetzt.

„Wir haben die neue Athleisure Capsule in nur drei Monaten auf Schiene gebracht.“

Axel Dreher, CEO Wolford

Vertriebswege, Mitarbeiter

Neben den eigenen Shops, 25 neue sollen eröffnet werden, sucht man aber verstärkt Partner im Handel, ein Segment das in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurde, wie Dreher feststellt. Genauso wichtig nehme man den Onlinehandel, wo man selbst tätig ist und außerdem die Kooperationen mit Onlinehändlern, bevorzugt im oberen Modesegment, praktiziere bzw. weiterhin anstrebe. Für den Vertrieb ist übrigens ein gut aufgerüstetes Spezialistenteam zuständig, das von Mailand aus agiert und bereits Erfolge vorzeigen kann. Ein Social-Media-Manager kümmert sich um das Storytelling, das immer wichtiger werde, wenn man gute Produkte verkaufen will. In der Produktion halte man ebenfalls Ausschau nach guten Leuten.

Produkte, Technologie

Nachhaltigkeit und Technologie sind Wolford wichtig. Die „Cradle to cradle“-Technologie ist in der Branche bislang unerreicht und findet bei den Kundinnen großen Anklang. Die Textilien können rückstandslos recyclet werden. Entwickelt wurden sie von Wolford in Vorarlberg, „dem Silicon Valley der Textilwirtschaft“, so Dreher. Er verweist auf den hohen Innovationsgrad bei Wolford. Großes Aufsehen erregte man mit der neuen Athleisure Capsule. Die Kollektion bietet eine Kombination von Sport, Mode und Komfort, wie sie viele Frauen heute suchen. Mit solchen Sonderserien für die verschiedenen Regionen werde man auch in Zukunft überraschen.