Eskalation in Handelskonflikten

02.08.2019 • 16:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Trump droht China mit höheren Strafzöllen. Zuspitzung zwischen Japan und Südkorea.

Peking, Tokio China droht den USA mit einer entschlossenen Reaktion auf die von Präsident Donald Trump angekündigten neuen Strafzölle. Sollte Trump seine Ankündigung wahr machen, werde Peking die „nötigen Gegenmaßnahmen“ ergreifen, um seine Kerninteressen zu verteidigen, teilte das chinesische Handelsministerium mit.

Trump hatte am Donnerstag zusätzliche Zölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Importwaren im Umfang von 300 Milliarden Dollar ab dem 1. September angekündigt. Damit wären dann alle Einfuhren aus China mit Zöllen belegt. Bislang hatte Trump Zölle auf chinesische Importe in Höhe von 250 Milliarden Dollar verhängt. Peking reagierte mit Zöllen auf US-Waren im Umfang von 110 Milliarden Dollar.

China warf Trump vor, seine Vereinbarung mit Präsident Xi Jinping zu missachten. Dem habe er im Juni zugesagt, die Handelsgespräche zwischen beiden Seiten wiederzubeleben. „Wir wollen nicht streiten, aber wir haben keine Angst davor, es zu tun“, sagte Außenamtssprecherin Hua Chuying.

Die chinesischen Regulierungsbehörden haben als vergeltende Maßnahme die Zollfreigaben für amerikanische Unternehmen verlangsamt und etwa das Ausgeben von Versicherungslizenzen beeinträchtigt. Zudem droht man, eine schwarze Liste mit „unzuverlässigen Unternehmen“ zu veröffentlichen. Diese könnte für ausländische Unternehmen bedeuten, dass Handel und Geschäfte mit China beschränkt werden.

Japan versus Südkorea

Auch der Handelsstreit zwischen Japan und Südkorea eskaliert. Die Regierung in Tokio hat am Freitag beschlossen, das Nachbarland von der „weißen Liste“ jener Länder zu streichen, die Vorzugsbehandlungen bei Handelsgeschäften genießen und Produkte beziehen, die für militärische Zwecke benutzt werden können. Damit verschärft sich die Lage, nachdem Japan zuvor striktere Exportkontrollen für Materialien zur Chip-Produktion verhängt hatte.

Hiervon könnten ganze globale Lieferketten Schaden nehmen, warnen Experten. Potenziell seien sämtliche elektronischen Produkte, die Speicherchips enthalten, davon betroffen, zum Beispiel Computer, Smartphones oder Fernseher. Die Folgen für die globale Wirtschaft, die bereits unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China leidet, wären unabsehbar. Südkorea übte scharfe Kritik. Die Regierung werde auf Japans unfaire Maßnahme resolut reagieren.

Hintergrund ist ein Disput über die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während Japans Kolonialherrschaft (1910-1945). Der Oberste Gerichtshof in Südkorea hatte Firmen angewiesen, Schadenersatz an ehemalige Zwangsarbeiter zu zahlen. Tokio sieht das Thema indes abgeschlossen.

„Das Auferlegen von Zöllen ist nicht der richtige Weg, Spannungen im Handel zu lösen.“