Ab September: Neue Regeln für Online-Banking

Markt / 28.08.2019 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ab 14. September gibt es mehr Sicherheit im Internetbanking. VN
Ab 14. September gibt es mehr Sicherheit im Internetbanking. VN

EU passt Sicherheitsstandard an. Vorarlbergs Banken gerüstet. Kunden zögern.

Bregenz Die EU will für mehr Sicherheit beim Online-Banking und Bezahlen im Internet sorgen. Dafür gibt es eine neue europaweite Zahlungsdiensterichtlinie (PSD 2), die ab 14. September in Kraft tritt. Dadurch sollen Betrügereien im Internet verhindern werden.

Die neue Richtlinie gilt zunächst fürs Internet-Banking. Für Online-Zahlungen bei Interneteinkäufen hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Schonfrist gewährt. Wann hier die genaue Umsetzung erfolgt, steht noch nicht fest.

Inwieweit sind nun Bankkunden betroffen? Neu dabei ist, dass diese sich ab 14. September zusätzlich identifizieren müssen. Reichten beim Online-Banking früher Verfügernummer und PIN-Code, muss man sich künftig mittels zweier unterschiedlicher Kriterien aus den Bereichen Wissen (PIN oder Passwort), Besitz (Karte oder Smartphone) und biometrische Kennzeichen (Fingerabdruck, Gesichtserkennung, Iris, Stimme) ausweisen. Kunden müssen beim Onlinebanking also PIN oder Passwort wissen, eine Bankomatkarte oder ein Smartphone bei der Hand haben oder sich über einen Fingerabdruck oder Gesichtserkennung authentifizieren.

„Bei Veränderungen im Internetbanking sind die Menschen zu Recht vorsichtig.“

Klingt kompliziert. Vorarlbergs Bankensprecher Wilfried Hopfner verspricht aber: „Die neuen EU-Regeln machen Internetbanking sicherer und – nach erfolgter Umstellung – auch einfacher.“  Die Vorarlberger Banken haben ihr Internetbanking in den vergangenen Wochen jedenfalls aufgerüstet, berichtet Hopfner. Alle würden mittlerweile den neuen Sicherheitsstandard anbieten, wobei jede Bank einen unterschiedlichen Begriff dafür verwende.

Selbst aktiv werden

Jedoch müssten Kunden bis zum 14. September 2019 selbst aktiv auf die neue Authentisierungs-Methode ihrer Hausbank umsteigen. Viele würden sich dafür allerdings noch Zeit lassen. „Bei Veränderungen im Internetbanking – einem hochsensiblen Bereich – sind die Menschen zu Recht vorsichtig“, zeigt Hopfner dafür Verständnis, räumt aber allfällige Bedenken aus dem Weg. „Kunden können immer wählen, wie sie in ihr Internetbanking einsteigen wollen. Wer kein Smartphone hat, kann selbstverständlich auch in Zukunft sein Internetbanking am Computer nutzen.“ Alle Banken würden hierfür Möglichkeiten bieten. VN-reh

Vorarlbergs Bankensprecher Wilfried Hopfner.
Vorarlbergs Bankensprecher Wilfried Hopfner.