Das Handy ist nicht das Leben

Markt / 18.09.2019 • 19:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Landesdirektor Burkhard Berchtel (Wiener Städtische), Hanna Reiner (VN), Referent Roman Szeliga und Vorstandsvorsitzender Werner Böhler (Sparkasse).
Landesdirektor Burkhard Berchtel (Wiener Städtische), Hanna Reiner (VN), Referent Roman Szeliga und Vorstandsvorsitzender Werner Böhler (Sparkasse).

Roman F. Szeliga verrät sein Rezept für gelingende Digitalisierung.

Hohenems „Wie geht es Ihnen heute Abend?“ Mit dieser simplen Frage eröffnete Roman F. Szeliga seinen Vortrag in der Hohenemser Otten Gravour. Auf eine Antwort zielte der Arzt, Staatsmeister der Zauberkunst und Autor nicht ab. Vielmehr forderte er die über 340 Besucher der Veranstaltungsreihe „Unternehmer sein heute“, zu der die Dornbirner Sparkasse Bank AG, Wiener Städtische Versicherung und Vorarlberger Nachrichten Dienstagabend geladen hatten, auf, zuerst den linken Sitznachbar, dann den rechten nach seinem Befinden zu fragen. Dafür ließ Szeliga eigens nicht nur die Bühne, sondern den ganzen Saal beleuchten. „Ich möchte Sie mit Leichtigkeit anstecken“, verkündete er und witzelte sogleich: „Ich bin Arzt und will jemanden anstecken!“ Doch der Mediziner versprach sofort eine Therapie, die todsicher hilft.

„Morbus digitalis – Die Technik macht den Fortschritt, der Mensch den Unterschied“: Mit diesem Titel umspannte Szeliga seinen Vortrag und betonte: „Die Digitalisierung ist absolut erforderlich, um intelligentes Wachstum zu fördern und unsere auf Innovation basierende Wirtschaft weiter zu entwickeln.“ Aber: Sie verändert unsere Art zu arbeiten, zu leben, zu kommunizieren und zu führen.

Dabei würden wir uns längst in eine Richtung bewegen, weil Computer oder Software längst Entscheidungen treffen, die Menschen so gar nicht treffen können. Sie verfügen dabei über riesige Datenmengen, die sie in Echtzeit auswerten können. Watson zum Beispiel hat mittlerweile Medizin studiert und wird in Versicherungen eingesetzt. „Diese künstliche Intelligenz ist etwas sehr Spannendes, eine wahnsinnige Chance, auf der anderen Seite auch Gefahr aus meiner Sicht wenn wir nicht darauf aufpassen“, so der Experte und stellte dem Publikum neuerlich eine Frage: „Wissen Sie eigentlich, wie viele Smartphones es weltweit gibt?“

8,5 Milliarden Handys lautet die Antwort, auf die ein Vergleich folgte: „Aber es gibt nur 3,5 Milliarden Zahnbürsten.“

Am schlimmsten sei jedoch der völlig absurde Stellenwert, den das Mobiltelefon längst eingenommen hat. So wurde während eines Versuches einer Gruppe von 15 Managern das Mobiltelefon unter einem Vorwand weggenommen. Nach einiger Zeit teilte man ihnen mit, die Geräte seien verloren gegangen. Die Körper- und Laborwerte, die währenddessen gemessen wurden, zeigten Werte wie kurz vor einem Herzinfarkt. Ein Manager äußerte sogar: Da steckt mein Leben drin. „Das ist schon bedenklich“, zeigte Szeliga sich kritisch.

Kombination als Rezept

Sein Rezept, das er in der Otten Gravour Hohenems verordnete: „Empathie, Leichtigkeit, Freude, Spaß und eine ordentliche Portion Humor.“ Diese sozialen Kompetenzen seien in der Lage, Menschen zu motivieren, mitzureißen und zu führen. „Denken Sie an das Kompliment“, riet Szeliga und forderte die Besucher auf, ihrem Sitznachbar etwas Nettes zu sagen. „Der gesunde Wettbewerbsvorteil ergibt sich durch die Kombination aus Digitalisierung und menschlichen Werten“, gab er am Ende seines humorvollen Vortrages mit auf den Weg. Ein Tipp, den die Veranstalter auch gleich anwendeten: „Das haben Sie toll gemacht. Danke für diesen inspirierenden Vortrag.“ CRO

Roman F. Szeliga, Arzt und Mitbegründer der CliniClowns, verpackt bei „Unternehmer sein heute“ humorvoll sein wertvolles Wissen. VN/Steurer
Roman F. Szeliga, Arzt und Mitbegründer der CliniClowns, verpackt bei „Unternehmer sein heute“ humorvoll sein wertvolles Wissen. VN/Steurer
Hubert Schlögl (Wr. Städtische), Ingo Hämmerle und Hannes Fehr (Spk. Feldkirch).
Hubert Schlögl (Wr. Städtische), Ingo Hämmerle und Hannes Fehr (Spk. Feldkirch).
Vorstandsdirektor Gerhard Lutz und Gerhard Hagen (Sparkasse Bregenz).
Vorstandsdirektor Gerhard Lutz und Gerhard Hagen (Sparkasse Bregenz).
Werber Simon Ender, Rosmarie Ender und Rene Krall (Sparkasse Dornbirn).
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Anton Baldauf (Rädler Baustoffe) und Ulrich Allmendinger (Sparkasse Dornbirn).
Anton Baldauf (Rädler Baustoffe) und Ulrich Allmendinger (Sparkasse Dornbirn).
Alfred Florian, Reinhard Braito, Michaela Wagner-Braito und Johann Schallert.
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Die Hohenemser Schokoladespezialisten Gunther und Petra Fenkart.

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