„Wir kämpfen um die Lehrlinge im Land“

Markt / 25.09.2019 • 21:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lehrstunde in der Gerster-Lehrlingswerkstätte für die Präsidenten Hubert Hämmerle (AK), Hans Peter Metzler (WKV) und Landeshauptmann Markus Wallner.VN/Stiplovsek
Lehrstunde in der Gerster-Lehrlingswerkstätte für die Präsidenten Hubert Hämmerle (AK), Hans Peter Metzler (WKV) und Landeshauptmann Markus Wallner.VN/Stiplovsek

Hunderte offene Lehrstellen in Vorarlberg: Allianz will Image der Lehre stärker ins richtige Licht rücken.

Koblach „Nicht jedes Kind wird Arzt oder Professor. Lehrt eure Kinder, dass es genauso wichtig ist, mit den Händen zu arbeiten.“ Dieser Spruch hängt in der Lehrlingswerkstätte des Autohauses Gerster in Koblach an der Wand. Mit den Händen arbeitet Lehrlingsausbilder Artur Bitriol mit seinen Schützlingen tagtäglich. Aber er vermittelt ihnen nicht nur das praktische Rüstzeug für den Beruf. „Wichtig sind mir auch Grundwerte wie Respekt.“ 

Ausbildungsbetriebe wie Gerster leisten jeden Tag wertvolle Arbeit, um ihre Lehrlinge zu Fachkräften auszubilden. Zudem arbeiten viele Initiativen im Land daran, das Image der Lehre hochzuhalten. Das soll nun verstärkt werden.

Mit dem Verein „Lehre in Vorarlberg“, initiiert von Land, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer, wurde ein weiterer Schritt gesetzt, um diese Aktivitäten zu bündeln. Konkret sollen die Chancen der Lehre aufgezeigt werden. Auf der Plattform www.lehre-vorarlberg.at finden sich Informationen zu 190 Lehrberufen, zu 1800 Ausbildungsbetrieben sowie zu allen vom AMS oder den Betrieben gemeldeten offenen Lehrstellen. Das biete auch kleinen Betrieben die Möglichkeit, sich entsprechend zu präsentieren, sagt Markus Curin, der Geschäftsführer des Vereins. Immerhin gibt es derzeit noch 600 bis 800 offene Lehrstellen in Vorarlberg, die es zu besetzen gilt.

Noch ist die Lage in der Lehrlingsausbildung gut. 7500 Lehrlinge sind derzeit in Ausbildung, über 50 Prozent der 15-Jährigen entscheiden sich für eine Lehre. „Eine Weltspitzenleistung“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner. Um diese Quote zu halten oder sogar auszubauen, müsse man im Land aber noch mehr für die Lehre tun als bisher und „sie ständig ins richtige Licht rücken, nämlich als Spitzenausbildung und Türöffner“. Allerdings müssten nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Eltern davon überzeugt werden, dass man nicht nur mit einem Studium, sondern vor allem auch mit einer Lehre die Chance auf ein gutes Leben im Land habe.

Einen Beitrag zur Imageverbesserung soll auch die Lehrlingsmesse leisten, die im November wieder rund 10.000 Interessierte besuchen werden. Dort wird der Verein „Lehre in Vorarlberg“ mit Virtual-Reality-Brillen und 3D-Videos einen virtuellen Einblick in die verschiedenen Lehrberufe bieten. „Wir kämpfen um die Lehrlinge im Land“, sagt Wallner.

„Dreiergespann Lehre“

Seine Partner im „Dreiergespann Lehre“, das in letzter Zeit immer öfter miteinander statt nebeneinander auftritt, sind die Präsidenten Hans Peter Metzler (WKV) und Hubert Hämmerle (AK). Beim Thema Fachkräfte ziehen sie an einem Strang. Oder wie Metzler sagt: Man bestelle zusammen den Garten und könne bereits erste Früchte ernten. „Denn ohne Fachkräfte wäre es dunkel im Land.“ Das Ziel der Interessenvertreter ist es, noch mehr zum Leuchtturm zu werden. Hubert Hämmerle: „Wir wollen Vorarlberg zum Hotspot der Lehre in Europa machen.“ VN-reh