David und Goliath

Markt / 13.10.2019 • 17:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger Autozulieferer Henn hat die Herausforderungen der Zukunft angenommen und sich mit einem Branchenriesen zusammengespannt.Matthias Rauch
Der Vorarlberger Autozulieferer Henn hat die Herausforderungen der Zukunft angenommen und sich mit einem Branchenriesen zusammengespannt.Matthias Rauch

Henn entwickelt mit Weltkonzern DuPont Lösung für Batteriekühlung für E-Fahrzeuge.

Dornbirn Der Umstieg vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilitiät stellt die Automobilindustrie vor neue Aufgaben. Das gilt auch für die nachgelagerten Automotive-Zulieferer.

In Vorarlberg sind das Unternehmen wie Hirschmann Automotive, carcoustics und Henn, um nur einige wenige zu nennen, die zusammen für Tausende Arbeitsplätze sorgen. Sie sind jetzt mehr gefordert denn je. Jetzt werden die Weichen für die Zukunft in der Branche gestellt. Und Autozulieferer Henn hat die Herausforderung angenommen. Das Dornbirner Unternehmen, im Branchenvergleich ein David, hat sich dafür mit einem wirtschaftlichen Goliath zusammengespannt.

Innovative Lösung gefunden

Der Vorarlberger Autozulieferer Henn (Gruppenumsatz von rund 100 Millionen Euro und 300 Mitarbeiter) und der Geschäftszweig Transportation & Industrial des US-Konzerns DuPont (Umsatz rund 5,42 Milliarden Dollar und rund 6000 Mitarbeiter weltweit), entwickelten im Rahmen einer intensiven Zusammenarbeit eine innovative Lösung für die Batteriekühlsysteme von Elektrofahrzeugen. Das Ergebnis – eine effiziente Schnellkupplung für thermische Systeme – basiert auf dem Knowhow der Vorarlberger für Ladeluftmanagement und DuPonts Wissen und Erfahrung in der Materialforschung und Entwicklung von Applikationen. Bei der Fachmesse K2019 für Kunststoff und Kautschuk in Düsseldorf, die am Mittwoch, 16. Oktober eröffnet wird, werden die Lösungen und Prototypen am Messestand von DuPont vorgeführt, freut sich Henn-Chef Martin Ohneberg über den Auftritt mit DuPont T&I Global Strategic Marketing Leader Patrick Cazuc.

Ziel der Kooperation

Ziel der Zusammenarbeit war die Entwicklung eines Verbindungssystems für Kühlleitungen aus langkettigem Polyamid mit Kunststoffrohren, welches auch adaptierbar für Batteriekühlplatten ist, erzählt er über das Teamplay. Anforderungen wie zum Beispiel Benutzerfreundlichkeit, Temperaturbeständigkeit und Dimensionsstabilität seien bei dem Prozess einbezogen worden. Besonders wichtig sei den beiden Unternehmen bei der Entwicklung auch die Kosteneffizienz im Vergleich zu bestehenden Lösungen gewesen.

Das gemeinsame Projekt von Henn und DuPont T&I gehe über die traditionelle Lieferanten-Kunden-Beziehung hinaus, so Ohneberg im VN-Gespräch. „Beiden Unternehmen ist bewusst, dass eine Partnerschaft dieser Art beiden Akteuren Mehrwert liefert und innovative Lösungen für technische Herausforderungen schafft, die auf dem Markt den entscheidenden Unterschied ausmachen können.“ Patrick Cazuc von DuPont betont die Bedeutung der Kooperation: „Vom Standpunkt des Designs aus wollten wir auf eine umfassendere Lösung eingehen – und Schnellkupplungen sind ein Schlüsselelement.“

„Das Ergebnis der bisherigen Zusammenarbeit präsentieren wir am Mittwoch.“

HENN Fakten

standort Dornbirn

Mitarbeiter 2018 81 (Gruppe rd. 300)

Umsatz 2018 67 Mill. Euro (Gruppe rd. 100 Millionen)

Investition 2018 11 Mill. Euro in Maschineninfrastruktur und Gebäude

Investition in F&E 2018 3,1 Mill. Euro (Quote rd. 4,3 %)

Exportquote 99 %

Kunden u.a. Daimler, BMW, Porsche, Nissan, Hyundai, Renault, Toyota