Volle Auftragsbücher im Gewerbe und Handwerk

Markt / 17.10.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Vorarlberger Gewerbe und Handwerk sind die Auftragsbücher prall gefüllt und auch ein Abschwung ist nicht in Sicht. Allerdings fehlt es an Fachkräften. VN/STEURER

Branche ist zuversichtlich. Aber ohne gute Handwerker können kaum weitere Aufträge angenommen werden.

Feldkirch Wo Licht ist, da ist auch Schatten, heißt es. So auch beim Vorarlberger Gewerbe und Handwerk. Sehr positiv ist, dass sich die Branche höchst zuversichtlich zeigt. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Ein Abschwung ist nicht in Sicht. Aber, und hier kommt der Wermutstropfen: „Ohne gute Handwerker können kaum weitere Aufträge angenommen werden“, sagt Bernhard Feigl, Spartenobmann des heimischen Gewerbes und Handwerks sowie Geschäftsführer und Gesellschafter der Firma Glas Marte in Bregenz.

In der Branche sind insgesamt über 31.000 Mitarbeiter beschäftigt. Sie gilt damit als größter Arbeitgeber in Vorarlberg. Dass durchwegs positive Stimmung herrscht, zeigt eine aktuelle Auswertung einer Konjunkturumfrage. So haben die Betriebe für das vierte Quartal überwiegend optimistische Erwartungen. Vor allem, wenn es um die Auftragseingänge und Umsätze geht. 17 Prozent der Betriebe erwarten hier Steigerungen, 67 Prozent mit einem gleichbleibenden Ergebnis und 16 Prozent mit Rückgängen.

Und die Betriebe würden im Zeitraum Oktober bis Dezember 2019 grundsätzlich sogar mehr Mitarbeiter einstellen: Im Durchschnitt ergibt sich eine geplante Erhöhung des Beschäftigtenstandes um 1,5 Prozent.

Ein brennendes Thema

Aber: Potenzielle Fachkräfte müssten sich auch finden lassen. Hier geht es dem Gewerbe und Handwerk nicht anders, als anderen Branchen. „Der Fachkräftemangel ist nach wie vor eines der brennenden Zukunftsthemen, sagt Spartenobmann Bernhard Feigl: „Es ist schwer, gute Handwerker zu bekommen. Ohne diese können kaum weitere Aufträge angenommen werden, denn die Bücher sind schon ziemlich voll. Auch das spricht gegen mögliche Anzeichen eines Abschwungs.“ Denn 53 Prozent der Betriebe geben an, dass die Auftragsbücher für länger als zehn Wochen gefüllt sind.

Arbeit statt Stau

Neben der Mitarbeitersuche würden die Gewerbe- und Handwerksbetriebe auch durch die Verkehrsinfrastruktur belastet. „Wenn unsere Unternehmen und ihre Mitarbeiter gerade im unteren Rheintal, in Bregenz und in Feldkirch mehr im Stau stehen als bei den Kunden zu arbeiten, wird es schwierig“, fordert Spartenobmann Feigl deshalb dringende Investitionen, inklusive der Umsetzung der S 18.