Automobilzulieferer Hoeckle setzt auf Langenegg

Markt / 28.10.2019 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lehrausbildung wird bei Hoeckle großgeschrieben. Insgesamt arbeiten 215 Mitarbeiter beim Automobilzulieferer im Vorderwald. FA/KOESSL

Automobilzulieferer konzentriert Produktion in Vorarlberg

Langenegg Der tschechische Eigentümer des  Automotive-Zulieferers Hoeckle, Jet Investment, hat den Firmenstandort im deutschen Mössingen geschlossen und die Produktion komplett in den Bregenzerwald verlagert. So wurden in den vergangenen Monaten reihenweise mehrere Maschinen und Anlagen vom zweiten Hoeckle-Produktionsstandort in Mössingen in den Bregenzerwald verlagert. Das bestätigte Petr Benes, Geschäftsführer der Hoeckle Austria. Jet Investment hatte Hoeckle gegen Ende 2017 übernommen, nachdem der Automobilzulieferer zuvor in die Insolvenz geschlittert war. Im Rahmen der anschließenden Konsolidierungsmaßnahmen habe man sich dazu entschlossen, den Standort Mössingen zu schließen und die dortige Produktion, einen kleinen Teil der Mitarbeiter aus dem Konstruktionsbereich und die „wirtschaftlich interessantesten Aufträge“ nach Langenegg zu verlagern. Der deutsche Produktionsstandort wurde Ende 2018 geschlossen, so Benes.

„Produktion konzentriert“

Aktuell beschäftigt Hoeckle Austria 215 Mitarbeiter, darunter acht Lehrlinge. Auch wenn der Standort im Bregenzerwald im Vergleich zu Osteuropa vom Lohnniveau her deutlich teurer sei, so verfüge das Personal hierzulande jedoch über viel Know-how und arbeite „sehr effizient und effektiv“, so Benes. Deshalb habe Jet Investment beschlossen, die Produktion hier zu konzentrieren. Aktuell würde zudem die Verlagerung der Herstellung von bestimmten Produkten von Werken der Firmengruppe in Osteuropa nach Vorarlberg geprüft.

Für die 2018 begonnene Aufrüstung des Standorts habe man mehr als zwei Millionen Euro investiert. Dadurch könne Hoeckle Austria als Standort auch autark innerhalb der Jet-Firmengruppe agieren. Das Geld fließe zudem in die verstärkte Automatisierung, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Hoeckle Austria erzielt einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro. „Wir werden 2019 mit einem positiven operativen Ergebnis abschließen“, so Benes. Das Ziel sei es, dass in naher Zukunft dann auch das Vorsteuerergebnis im schwarzen Bereich liegt. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Produktion von Kurbelwellen und Pleuel für Verbrennungsmotoren im hochpreisigen Automobilbereich spezialisiert. Allerdings sehe auch Hoeckle die Veränderungen in der globalen Autoindustrie auf die Zulieferbranche zukommen. Deshalb versuche man durch die stärkere Gewinnung von Industriekunden ein weiteres Standbein aufzubauen.

Hoeckle Austria

Eigentümer JET GAMMA a.s. (100 Prozent)

Geschäftsführung Petr Benes, Jiri Kroc

Mitarbeiter 215, 8 Lehrlinge, Umsatz 2018 rd. 30 Millionen Euro

Produkte Kurbelwellen und Pleuel für Automobile