Kaffee braucht Platz in der Landesgrünzone

Markt / 30.10.2019 • 18:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Firma Hämmerle Kaffee benötigt zur weiteren Entwicklung mehr Platz, sagt Firmenchef Markus Hämmerle.VN/Rhomberg
Die Firma Hämmerle Kaffee benötigt zur weiteren Entwicklung mehr Platz, sagt Firmenchef Markus Hämmerle.VN/Rhomberg

Hämmerle Kaffee plant langfristig Erweiterung des Stammsitzes.

Bludesch Das Thema Landesgrünzone und die Herausnahme von Flächen für Neubauten und Erweiterungen von Unternehmen oder Wohnbauprojekte wird Politik und Wirtschaft wohl noch länger kontrovers beschäftigen. Jetzt gibt es ein weiteres Ansinnen in Bludesch, konkret in unmittelbarer Nachbarschaft des bestehenden Standortes von Hämmerle Kaffee GmbH an der Walgaustraße. Gegenwärtig läuft beim Land auf Anregung der Gemeinde Bludesch ein Auflage- und Anhörungsverfahren für Änderungen in der Landesgrünzone. Für die Erweiterung des Kaffee-Herstellers sollen rund 4400 Quadratmeter Fläche (0,4 ha) westlich des Firmensitzes aus der Landesgrünzone genommen werden, damit die Flächen für die Betriebserweiterung gewidmet werden können.

Im Erläuterungsbericht der Landesregierung wird auf das 2015 beschlossene Räumliche Entwicklungskonzept REK Blumenegg verwiesen. Darin ist eine in mehreren Etappen geplante Entnahme von Flächen aus der Landesgrünzone vorgesehen. Im Gegenzug sollen andere Flächen in die Landesgrünzone eingebracht werden. Allerdings besteht auch hier wie in anderen Fällen das Problem, dass die für die Herausnahme vorgesehenen Flächen landwirtschaftlich oftmals deutlich ertragreicher sind als die vorgesehenen Kompensationsflächen. 

Tauschflächen mit Schutzstatus

Im vorliegenden Fall problematisch könnte der Umstand sein, dass ein kleiner Teil der Flächen, die aus der Landesgrünzone herausgenommen werden sollen, gar nicht Teil des REK Blumenegg ist. Dafür gibt es also keine Kompensationsflächen. Deshalb wurde bei der Erstellung einer Umwelterheblichkeitsprüfung die Umweltbehörde konsultiert. Aufgrund der geringen Größe der vom REK nicht erfassten Flächen könne man die Auswirkungen nicht beurteilen, heißt es von dieser Seite. Die Umweltbehörde kritisiert in dem Zusammenhang die „gehäuft auftretenden Abweichungen vom REK bezüglich der Grünzone“.

Das Familienunternehmen Hämmerle Kaffee wurde 1972 gegründet und ist seit 2000 am Standort in Bludesch. Mit rund 90 Mitarbeitern wurde zuletzt ein Umsatz von rund 30 Millionen Euro erzielt. Zur Steigerung des Wachstums sollen Investitionen in den Bereichen Lager, Automatenservice und Produktion erfolgen. Dazu gehört auch ein 22-Meter-Hochregallager. Geschäftsführer Markus Hämmerle bestätigt ein langfristig angesetztes Erweiterungsprojekt. Allerdings warte man derzeit ab, ob die notwendigen Flächen auch zur Verfügung stehen werden.