Premiere für Comaking-Space: mit- und nebeneinander

Markt / 15.11.2019 • 21:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gründer Werner Tauscher und Andy Keel und die Comaker der ersten Stunde. CM/SCA

In Dornbirn arbeiten fünf Firmen aus der Tischlerbranche in gemeinsamer Werkstätte.

Dornbirn Coworking, das kennt man inzwischen. In der digitalen Wirtschaft ist es fast ein Muss, nicht allein im stillen Kämmerlein sein Ding zu machen, sondern von der Infrastruktur sowie der geballten kreativen und fachlichen Kraft der „Mitworker“ zu profitieren. Im Handwerk gibt es das bislang nicht. Oder besser gesagt: gab es nicht. Denn am Freitag eröffnete nach einigen Probemonaten der erste Comaking-Space Vorarlbergs in Dornbirn Bobletten. „So viel wir wissen, sind wir damit die ersten. Nur in den USA und Großbritannien haben wir was ähnliches entdeckt“, berichten die Initiatoren und Geschäftsführer des Comaking-Space, Werner Tauscher und Andy Keel, im Gespräch mit den VN.

Einfache Rechnung

Die beiden Unternehmer, die jeweils ihre eigenen Firmen haben, die sie seit Jahren führen, machten eine einfache Rechnung auf. Gerade für kleine Tischlereien sei der notwendige große Maschinenpark viel zu unproduktiv, um rentabel zu sein. „Wenn wir die Möbel montieren, dann stehen alle Maschinen still“, so Tauscher. Wenn sie aber von mehreren kleinen Firmen genutzt werden, dann rentiert sich das wieder. Das tun die fünf ersten Betriebe im ehemaligen Gebäude des Fensterbauers Zech im Gewerbegebiet Bobletten jetzt und zahlen für ihre Werkstätte, hier Bankfläche genannt, 1500 Euro im Monat bei freier Benutzung der rund 20 Holzbearbeitungsmaschinen. Nur für die CNC-Maschine ist eine zusätzliche Gebühr fällig. Viele Maschinen gibt es doppelt, damit es keinen Stau gibt. Das macht den Space für Gründer, EPU und kleine Unternehmen attraktiv. Außerdem attraktiv ist, dass die Tischler in Bobletten auch zusammenspannen können, um große Aufträge anzunehmen. Sie können sich auch gegenseitig bei Auftragsspitzen ergänzen, schildern die beiden Geschäftsführer, die selbst schon im Vorfeld Erfahrungen gesammelt haben. Andi Keel etwa arbeitet seit 2011 in Coworking-Spaces, Tauscher war bisher mit seiner Firma in Höchst tätig. In dem Gebäude waren auch dort andere Tischler und verwandte Gewerke untergebracht, die im Laufe der Zeit ebenfalls gemeinsame Sache machten.

Für die Büros im 1500 Quadratmeter großen Gebäude stellen sich Tauscher und Keel ebenfalls ein Coworking-Modell vor, natürlich am besten mit Professionisten, die zu den Handwerker passen – vom technischen Zeichner bis zu Designern. Daneben stehen Dienstleistungen wie die Kalkulation und das Erstellen von Angeboten, Buchhaltung, Arbeitsvorbereitung und CNC-Fräsung durch die Firma Timberline optional zur Verfügung.

Das Gebäude in Bobletten wurde nach dem Aus für Zech von der Stadt Dornbirn angekauft, die damit ihre kluge Ansiedlungspolitik fortsetzt, jungen und kleinen einheimischen Unternehmen Platz zur Verfügung stellt und damit deren Entwicklung unterstützt.

Comaking-Space

Initiatoren, Geschäftsführer Werner Tauscher, Andy Keel

Firmen Timberline, dade Design, Tischler Daniel Drexel, Tischler Björn, Längle und Hagspiel

Mietflächen 10, 5 besetzt, zusätzlich Büroflächen

Kosten 1500 Euro netto monatlich

Maschinepark rd. 20 Maschinen