Ochsentour in Afrika

Markt / 05.12.2019 • 19:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Fussenegger Textil Veredelung erwartet Umsatzplus von 20 Prozent.

Dornbirn Das boomende Geschäft mit Afrika-Damasten könnte bei der seit Jahren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckenden Fussenegger Textil Veredelung GmbH in Dornbirn das Ruder wieder herumreißen. Denn für das aktuelle Geschäftsjahr 2019/20 (31.3.) erwartet der neue Geschäftsführer Helmut Schrenk ein Umsatzplus von 20 Prozent auf 10,8 Millionen Euro. Die Verluste der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre sollen dabei um zwei Drittel reduziert werden. Noch besser ist die Prognose von Schrenk für das kommende Geschäftsjahr: „Wir erwarten eine Umsatzsteigerung auf über zwölf Millionen Euro und ein positives operatives Ergebnis.“ 

Maßgeblich dafür verantwortlich seien die deutlichen Steigerungen bei Herstellung und Verkauf von Afrika-Damasten für den Schwarzen Kontinent, so Schrenk. Mittlerweile würden rund 40 Prozent des Jahresumsatzes auf Damaste entfallen. Dass diese Entwicklung jetzt so komme, dürfte auch mit einer regelrechten Ochsentour von Schrenk bei afrikanischen Kunden vor Ort zusammenhängen. Schrenk wurde im Mai 2018 zum Mitglied der Geschäftsleitung bei Fussenegger für den Textilbereich und im Sommer 2019 zum Geschäftsführer der Veredelungssparte bestellt. Seither verbrachte er  mehrere Wochen in Afrika, um Kunden zu gewinnen. Diese Groß- und Einzelhändler sowie Schneidereien befinden sich für Fussenegger vor allem in Westafrika, etwa Senegal, Mali oder Burkina-Faso. „Ich habe sehr viele Kundengespräche vor Ort auch auf den Märkten geführt. Zudem haben wir die Marketingaktivitäten in diesen Ländern massiv verstärkt. Jetzt ist das Geschäft angesprungen, auch weil unsere dortige Präsenz jetzt unübersehbar ist“, so Schrenk. 

Die Fussenegger Textil Veredelung GmbH bezieht die Rohware aus 100 Prozent Baumwolle von einer Weberei in Deutschland. In Dornbirn erfolgen dann das Bleichen, Färben, Spannen und Glätten der Stoffe. Auch die verschiedenen Designs werden hier festgelegt. Danach erfolgt die Lieferung in 1,6 mal 30 Meter langen Stoffbahnen-Paketen als Meterware nach Afrika. 

Personal wird aufgebaut

Die aktuelle Geschäftsentwicklung führte nach Jahren des Personalabbaus in den vergangenen Wochen wieder dazu, dass die Fussenegger Textil Veredelung den Personalstand von zuletzt 89 auf 93 Mitarbeiter erhöht hat. Ein Teil der Mitarbeiter kam auch über diverse Umorganisationen innerhalb der Fussenegger-Firmen in die Veredelungssparte. Gleichzeitig soll auch wieder in den Maschinenpark investiert werden, so Schrenk.

Das in den vergangenen Jahren in Schwierigkeiten geratene Geschäft mit der klassischen Textilveredelung will Schrenk indes stabilisieren. Denn durch die fortschreitende Bereinigung unter den Mitbewerbern in Europa werden Geschäft und Kundenschichten frei, die Fussenegger übernehmen könne. Aktuell fährt man in Dornbirn im Zwei-Schicht-Betrieb, die Färberei läuft in drei Schichten.

„Wir erwarten für das kommende Jahr wieder ein positives operatives Ergebnis.“