28,4 Kilometer Architektur

Markt / 09.01.2020 • 18:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Großbaustelle: Derzeit befinden sich ein Tunnel in Rudersdorf sowie die Anschlussstelle an die A 2 im Raum Riegersdorf (Bild) in Bau. GS/Asfinag
Großbaustelle: Derzeit befinden sich ein Tunnel in Rudersdorf sowie die Anschlussstelle an die A 2 im Raum Riegersdorf (Bild) in Bau. GS/Asfinag

Vorarlberger Architekt Gerold Strehle gestaltet Schnellstraße in der Steiermark.

Bregenz, Riegersdorf  Die Zeiten sind vorbei, in welchen man ohne Skrupel beim Bau von Straßen die Landschaft umpflügte. Wenn schon Straße, dann muss sie sensibel ins Ambiente eingepasst werden. Und genau das macht der Bregenzer Architekt Gerold Strehle derzeit in der Steiermark und im Burgenland.

Einprägsame Gestaltung

Ende 2016 wurde von der Asfinag ein europäischer Wettbewerb ausgelobt, mit dem Ziel einer einheitlichen und einprägsamen Gestaltung der Fürstenfelder Schnellstraße (S 7), die sich über 28,4 km von Riegersdorf in der Oststeiermark bis nach Heiligenkreuz im Südburgenland an der ungarischen Staatsgrenze erstreckt. Gewinner des Wettbewerbs ist das Bregenzer Büro für Architektur und Umweltgestaltung, Gerold Strehle zusammen mit dem Büro Bauchplan – Landschaftsarchitektur und -urbanismus (Wien/München). „Übergeordnete Idee des siegreichen Gestaltungskonzepts war die weitestgehende Integration der Trasse in den Landschaftsraum und gleichzeitig den Fahrbahnraum mit markanten und unverwechselbaren gestalterischen Maßnahmen auszustatten“, so Strehle im Gespräch mit den VN. Zu gestalten gibt es auf den gut 29 Kilometern genug, die bei Fertigstellung im Jahr 2023 eine Lücke im südostösterreichischen Straßennetz schließen wird. Budgetiert sind für die Straße in anspruchsvollem Gelände rund 700 Millionen Euro.

Brücken, Tunnel, Notausgänge

Strehle gestaltet im Rahmen des Schnellstraßenbaus Brücken, Tunnelportale, Zweckbauten für die technische Infrastruktur, Lärmschutzwände, Schutzeinrichtungen gegen Blendung, Sichtschutz- und Spritzschutzwände, Kollisionsschutzeinrichtungen bei Fledermauskorridoren sowie Pannenbuchten und Notausgänge. Strehle und Partner Bauchplan sind bei diesem Straßenbau außerdem für  die Topografie und Bepflanzung der Anschlussstellen, die Grünbrücken und die Plangung von begleitenden und überkreuzten Grünstrukturen zuständig.

Einzigartiges Projekt

Das Projekt ist auch für Architekten etwas Besonderes: Die Schnellstraße ist ist neben ihrer Länge (momentan das größte und längste Verkehrsprojekt Österreichs) auch ob der Breite an gestalterischen Maßnahmen einzigartig, so Strehle, und führe Österreichs Verkehrswegebau nun an westeuropäische Standards heran. VN-sca 

So fügt der Bregenzer Planer Gerold Strehle ein Tunnelportal in die steirisch-burgenländische Landschaft. GS
So fügt der Bregenzer Planer Gerold Strehle ein Tunnelportal in die steirisch-burgenländische Landschaft. GS