Lebensmittelhändler und Spitzenfußballklub tun sich zusammen

Markt / 12.01.2020 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Gunz-Führungsteam: Werner Gunz, Stefan Gunz, Simone Gunz und Michael Temel.  GUNZ/L.MATHIS

Lebensmittelhändler Gunz baut Fußballlizenzgeschäft aus. 2019 erneut Rekordergebnis.

Mäder Echte Bayern-München- und Borussia-Dortmund-Fans müssen auch beim Knabbern nicht auf die Vereinsfarben verzichten. Sie greifen zu den vom Vorarlberger Lebensmittelhändler Gunz entwickelten Brezen, Chips und Süßigkeiten. Das im vergangenen Jahr voll angelaufene Lizenzprojekt hat seinen Anteil am besten Jahresergebnis von Gunz, das mit 148,8 Millionen Euro an der 150-Millionen-Euro-Grenze kratzt. Gegenüber dem Jahr 2018 hat sich der Umsatz damit um 6,9 Millionen Euro bzw. 4,8 Prozent erhöht. Der dritte im Bunde der Fußballchampions, die mit Gunz kooperieren, ist der französische Spitzenfußballklub Paris St. Germain, der heuer mit fünf Produkten an den Start geht.

Gunz kooperiert mit dem Spitzenfußballklub Paris St. Germain. <span class="copyright">Gunz</span>
Gunz kooperiert mit dem Spitzenfußballklub Paris St. Germain. Gunz

„Das öffnet uns am französischen Markt neue Türen“, freut sich Firmenchef Werner Gunz über den von Prokurist Michael Temel ausgehandelten Deal. Temel bekommt spätestens ab 10. November 2020 im Familienbetrieb noch mehr Verantwortung. Der Gunz-Schwiegersohn wird zusammen mit Sohn Stefan die Geschäftsführung des Handelshauses übernehmen, denn an diesem Tag feiert Werner Gunz seinen 60. Geburtstag und den Abschied aus dem Unternehmen. Tochter Simone, die dritte im Geschäftsführer-Bunde, befindet sich ab Ende Jänner in Karenz.

Frankreich als Primus

Frankreich ist unter den rund 100 Ländern, in die Gunz liefert, der Primus mit dem größten Wachstum im vergangenen Jahr. „Nach Deutschland ist das unser wichtigster Markt“, berichtet Gunz. Neun Mitarbeiter sorgen für eine flächendeckende Bearbeitung und damit ein Plus in allen Bereichen. Neu beliefert wurden Kunden in Turkmenistan, Irak, Aserbaidschan und im Krisenland Venezuela. Aber es gibt auch Märkte, von denen man sich verabschiedete, z. B. aus Algerien, wo die Regierung die eigene Wirtschaft stärken will und deshalb den Marktzugang deutlich erschwert bzw. verunmöglicht hat.

Expansion nach Mexiko

Verabschiedet hat sich Gunz auch vom eigenen Vertrieb in den USA. „Der Aufwand für uns war einfach zu hoch, wir arbeiten jetzt mit dem ehemals größten Kunden zusammen, der den USA-Vertrieb übernommen hat. „Davon versprechen wir uns sehr viel, etwa auch eine Expansion nach Mexiko“, so Gunz, der sich auch darüber freut, dass die ersten Produkte des Mäderer Handelshauses bei Aldi USA gelistet sind. Dessen ungeachtet sind die Umsätze in den USA stabil geblieben. Auch die eigene Niederlassung im weißrussischen Minsk entwickelt sich gut, nicht zuletzt weil zwei russische Handelsketten die Produkte ins Sortiment aufgenommen haben.

Ausbau Lizenzgeschäft

Ein Fokus wird auf den Ausbau des Lizenzgeschäfts gelegt. Nicht nur, dass ein Vertrag mit der Firma Panini, dem Weltmarktführer für Sammelbilder, die Produkte noch attraktiver macht, sondern auch neue Kooperationen in anderen Bereichen generiert.

Das Unternehmen aus Mäder, das schon bislang einer der größten Fairtrade-Partner ist, hat außerdem das Gemeinwohlaudit hinter sich und wird ab sofort nach diesen Vorgaben wirtschaften. Das spiegle die Geschäftsphilosophie des Unternehmens wider, so Firmengründer Werner Gunz.