Transparenz über die Grenze hinweg

Markt / 19.01.2020 • 18:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der automatische Informationsaustausch (AIA) mit 75 Staaten führt im kantonalen Finanzamt zu Mehreinnahmen in Millionen-Franken-Höhe.   keystone
Der automatische Informationsaustausch (AIA) mit 75 Staaten führt im kantonalen Finanzamt zu Mehreinnahmen in Millionen-Franken-Höhe.   keystone

St. Gallen legt Steuer­sünderbilanz vor. Datenaustausch zeigt Wirkung.

St. Gallen In der Wahrnehmung vieler Menschen ist die Schweiz nach wie vor ein Paradies für Steuersünder. Doch die Zeiten haben sich geändert, wie der Bericht des Finanzdpartements des Kantons St. Gallen, der jetzt vorgelegt wurde, zeigt. Denn auch die Schweizer selbst glauben nicht mehr so recht an das Bankgeheimnis in der Eidgenossenschaft seit Einführung des automatischen Datenaustausches (AIA) mit zwischenzeitlich über 100 Ländern und nutzen deshalb die Möglichkeit zur sogenannten straflosen Selbstanzeige.

Tempo nahmen die Selbstanzeigen vor drei Jahren auf. Denn seit dem 1. Januar 2017 ist der automatische Informationsaustausch (AIA) in Kraft, in Österreich aufgrund einer Ausnahmeregelung seit 1. Jänner 2018. Im Vorfeld des Inkrafttretens kamen bereits mehr als 700 Millionen Euro aus Liechtenstein und 2,6 Mrd. Euro aus der Schweiz zurück nach Österreich

Für das Jahr 2018 erhielt der Kanton St.Gallen rund 102.000 Meldungen aus den Vertragsstaaten. Bei den bisher geprüften Fällen des Jahres 2017 kamen hinterzogene Vermögen von 11,7 Millionen Franken zum Vorschein. Mit Abstand am meisten Meldungen stammen, so das Departement in seiner Bilanz, aus Deutschland, für das Jahr 2018 45.315. Dann folgt bereits Österreich, insbesondere Nachbar Vorarlberg, mit 7200 Meldungen. Wie das Kantonalamt feststellt, weisen viele dieser Konten allerdnigs nur geringfügige Kontostände auf. VN-sca