Die deutsche Konjunktur braucht noch Erholungszeit

Markt / 26.01.2020 • 19:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Führende deutsche Nationalökonomen rechnen nicht mit einer schnellen Rückkehr zu hohen Wachstumswerten in der Bundesrepublik.  Dpa
Führende deutsche Nationalökonomen rechnen nicht mit einer schnellen Rückkehr zu hohen Wachstumswerten in der Bundesrepublik.  Dpa

Nürnberg Die Talsohle in der deutschen Industrie scheint in Sicht oder sogar schon durchschritten – doch die Konjunktur braucht noch Erholungszeit. Volkswirte führender Finanzinstitute in Deutschland rechnen nicht mit einer schnellen Rückkehr zu hohen Wachstumswerten in der Bundesrepublik.

„Das wird eine Zeit dauern“, sagte Katharina Utermöhl von der Allianz-Gruppe. Sie rechnet mit einem Wachstum von 0,6 Prozent im laufenden Jahr, so wie schon 2019. Erst 2021 werde wieder ein Wert über 1,0 Prozent erreicht. Auch der Arbeitsmarkt, seit Mai vergangenen Jahres von leicht steigenden Arbeitslosenzahlen betroffen, werde sich nicht blitzschnell umkehren.

Marc Schattenberg von der Deutschen Bank geht von einem saisonalen Anstieg der Arbeitslosenzahl im Januar um 206.000 auf rund 2,433 Millionen aus – eine durchaus übliche Steigerung in diesem Monat, wenn Saisonarbeitskräfte auf dem Bau oder aus dem Weihnachtsgeschäft wegfallen.

Wachstum 1,0 Prozent

Die Wirtschaft sieht der Experte der Bank schon im laufenden Jahr wieder bei einem Wachstum von 1,0 Prozent – allerdings nur aufgrund einer günstigen Arbeitstageverteilung, die allein für 0,4 Prozentpunkte verantwortlich sei. Wie Utermöhl und Schattenberg geht auch deren Kollegin Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW-Gruppe, von einer zunächst steigenden Arbeitslosigkeit in Deutschland aus.