5,6 Millionen Dollar für 30 Sekunden

Markt / 31.01.2020 • 19:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Rankweil In der Nacht auf Montag mitteleuropäischer Zeit findet mit dem Super Bowl das weltweit größte Einzelsportereignis statt. Auch dieses Jahr dürften wieder rund 100 Millionen US-Amerikaner das Endspiel der NFL vor dem TV verfolgen. Sowohl Präsident Donald Trump als auch der demokratische Präsidentschaftsbewerber Michael Bloomberg wollen diese hohen Zuschauerzahlen nutzen, um im Rahmen der Übertragung eine Werbung schalten zu lassen. Der NY Times zu Folge wird die 60-sekündige Einschaltung die beiden Politiker jeweils rund 10 Millionen US-Dollar kosten.

Auch viele bekannte Unternehmen kaufen sich teure Werbeslots. acebook wird heuer erstmals eine Werbung im Rahmen der Super Bowl Übertragung schalten und hat dafür eigens Sylvester Stallone verpflichtet. Damit ist das Technologieunternehmen aber bei weitem nicht das einzige börsennotierte Unternehmen, welches einen Werbespot mit Starbesetzung schalten wird. Unter anderem werden Werbungen von Microsoft, Coca-Cola, Anheuser-Busch, Toyota, Amazon, Google, Verizon oder Porsche ebenfalls zu sehen sein.

Doch welche Auswirkungen haben diese Werbungen auf die Aktien von Unternehmen? Hierzu wurden in der Vergangenheit schon einige wissenschaftliche Studien veröffentlicht. Professoren von der University of South Carolina fanden beispielsweise heraus, dass das Handelsvolumen der Aktien, welche eine Werbung beim Super Bowl geschaltet haben, am Tag nach diesem Ereignis signifikant höher ist. Die Forscher Chang, Jiang und Kim kamen 2009 zum Ergebnis, dass jene Firmen, deren Super Bowl Werbespots bei den Zuschauern besonders beliebt waren, in den Tagen nach der Veranstaltung signifikante Aktienkurssteigerungen verzeichneten.

Für die langfristigen Aktienkursentwicklungen sind jedoch andere Faktoren als die Beliebtheit der Werbung beim Super Bowl von Bedeutung. Dementsprechend sollten sich langfristig orientierte Anleger derzeit besser auf die Unternehmenszahlen und Ausblicke konzentrieren, welche in diesen Wochen von den Aktienunternehmen offengelegt werden.

benjamin.meier@vvb.at,

Benjamin Meier, Vermögensverwaltung Volksbank Vorarlberg