Deshalb fährt Gewerkschaft mit Stretchlimousine vor

GPA fordert neue Steuer für Millionäre und andere Verteilung der Steuerlast.
Bregenz Es ist schon etwas Zeit vergangen, seit zum letzten Mal Luxuslimousinen vor dem Bregenzer Festspielhaus vorgefahren sind. Der Lockdown setzt auch dem Haus am See zu. Am Dienstag war es aber wieder einmal soweit. Eine schneeweiße Stretchlimousine und ihre Passagiere sorgten bei vielen Spaziergängern für Aufsehen. Doch mit dem symbolträchtigen Auftritt setzte diesmal die Gewerkschaft für Privatangestellte (GPA) ein Zeichen für ihre Forderung.
Eine Vermögenssteuer, im Gewerkschaftsjargon auch “Reichen- oder Millionärssteuer”, soll Geld in die Staatskasse spülen, denn es gehe nicht an, dass die Arbeitnehmer für die Kosten von Corona aufkommen, so der Landesvorsitzende der GPA, Fritz Dietrich. „Es geht nicht um die Häuslebauer, denen geht es nicht an den Kragen“, wirbt er mit markigen Worten um Mitstreiter für seine Forderung. Auch Unternehmen wolle man nicht zusätzlich belasten, „wir wollen die Vermögen der Reichen besteuern“.
Gestaffelter Steuersatz
Und das geht so, wie die Frauenvorsitzende der GPA Vorarlberg, Jessica Lutz, vorrechnet. Haushalte, die ein Vermögen von einer Million bis zwei Millionen Euro besitzen, sollen davon 0,5 Prozent bezahlen, wer zwischen zwei und drei Millionen an Finanz- und Immobilienvermögen besitzt, soll ein Prozent Steuern zahlen, und wer mehr als drei Millionen Euro besitzt, soll davon 1,5 Prozent abgeben. Bei einem Freibetrag von einer Million Euro würden vier bis fünf Prozent der österreichischen Haushalte betroffen, aber „der durchschnittliche Häuslebauer nicht“. Rund fünf Milliarden würden damit pro Jahr eingenommen, so eine Analyse der Linzer Johannes Keppler-Universität in Linz.
Die Gewerkschafter berufen sich bei ihrer Steuerkampagne auf internationale Benchmarks. In zwei Dritteln der EU-Mitgliedsstaaten gebe es eine Erbschaftssteuer, in Österreich nicht. Auch bei der Verteilung der Streuerlast sei Österreich im Hintertreffen, die Hauptlast liege bei den Arbeitnehmern. Die Millionärsshow vor dem Festspielhaus soll, so Dietrich, Aufmerksamkeit erregen und Bewusstsein schaffen für die Forderung. Denn, so Dietrich, eines ist klar: „Das Geld, das jetzt ausgegeben wird, muss auch wieder hereinkommen.“ Deshalb sei die von der Gewerkschaft geforderte Millionärssteuer nach dem Restart so wichtig.