Wie Frauen besser qualifiziert werden

Markt / 07.07.2021 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie Frauen besser qualifiziert werden
Digitale und MINT-Kompetenzen von Frauen schärfen. (v. l.) ABZ-GF Manuela Vollmann, AMS-GF Bernhard Bereuter, UBIT-Obfrau Benedicte Hämmerle.  FA

Frauenberufszentrum Vorarlberg mit Zehnjahresbilanz und großen Aufgaben.

Dornbirn Wohin die Reise gehen soll, zeigt schon die Wahl des Ortes für die Pressekonferenz anläßlich des zehnjährigen Jubiläums des Frauenberufszentrums Vorarlberg (FBZ). Diese fand nämlich in der Postgarage in den Räumlichkeiten der  Plattform für Digitale Initiativen in Dornbirn statt. Frauen und in diesem Fall Mädchen ab 15 Jahren sollen in Zusammenarbeit mit der Plattform im Digital Future Lab das Rüstzeug für die stark gefragten Berufe in diesem Bereich bekommen, so die Österreich-Geschäftsführerin des Vereins zur Förderung von Arbeit, Bildung und Zukunft (ABZ), Manuela Vollmann, die anlässlich des runden Jubiläums aus der Bundeshauptstadt angereist ist. Was sie besonders hervorhebt, ist die gute Zusammenarbeit mit dem AMS in Vorarlberg, das auch im Coronajahr die Kurse und Angebote im Gegensatz zu anderen AMS-Ländergeschäftsstellen weiterhin angeboten hat. Die Nachfrage gibt dem AMS Vorarlberg-Geschäftsführer Bernhard Bereuter recht: 2020 nutzten trotz Corona Pandemie 694 Frauen das Angebot, nur 80 weniger als im Jahr 2019.

„Wir arbeiten immer mit Unternehmen zusammen, das gibt eine Win-Win-Situation.“

Manuela Vollmann, Geschäftsführerin ABZ Austria

Von anfänglich vier Mitarbeiterinnen, drei Standorten und 300 Teilnehmerinnen hat sich das Frauenberufszentrum Vorarlberg nicht zuletzt auf Grund der vorweisbaren Erfolge auf mittlerweile 15 Mitarbeiterinnen und vier Standorte – in jedem Bezirk gibt es einen – vergrößert. „Mit dem Frauenberatungszentrum Vorarlberg unterstützen wir jährlich rund 700 Frauen bei ihrer Berufsorientierung, Fragen zu Aus- und Weiterbildung, der Höherqualifizierung und Kinderbetreuungsthemen, so Bereuter. Das FBZ wird vom AMS im Jahr 2021 mit rund 824.000 Euro gefördert. Denn die Herausforderungen werden nicht weniger.

In den nächsten Jahren wird es zu Zuwächsen bei höher qualifizierender Beschäftigung und Rückgängen bei gering Qualifizierten kommen. Im FBZ erhalten die Frauen dafür eine individuelle und kompetenzorientierte Beratung mit eben dem Ziel, die Qualifikation zu erhöhen und ihre Fachkenntnisse an die neuen Anforderungen anzupassen, so Vollmann.  Aber nicht nur die Arbeitnehmerinnen, auch die Unternehmen sind in gefordert, sagt Benedicte Hämmerle, Obfrau der Fachgruppe UBIT der WKV. Die Gleichstellung in den Unternehmen muss gezielt vorangetrieben werden, dazu braucht es neue Arbeitszeitmodelle und zeitgemäßere Formen der Unternehmensführung wie beispielsweise Topjob-Sharing, bei dem sich zwei Frauen bzw. zwei Personen Führungsaufgaben teilen.“ Dass das funktioniert, zeigt ABZ-Chefin Vollmann vor, die seit vielen Jahren mit einer Kollegin den Verein führt.

FBZ-Bilanz

694 Frauen wurden 2020 vom Frauenberufszentrum beraten und betreut. In den letzten zehn Jahren waren es 5518 Teilnehmerinnen.

 

126 Workshops wurden seit 2011 durchgeführt, im Coronajahr 2020 waren es immerhin 13 Workshops, die durchgeführt werden konnten.

 

49 Prozent der Teilnehmerinnen waren in den zehn Jahren erfolgreich in Arbeit und Qualifizierung. 2020 waren es 53 Prozent.