KV-Verhandlungen: Zwei Vorarlberger entscheiden über höhere Löhne

Markt / 18.10.2021 • 17:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
KV-Verhandlungen: Zwei Vorarlberger entscheiden über höhere Löhne
Arbeitgeber-Vertreter Johannes Collini aus Hohenems (l.) und GPA-Geschäftsführer Karl Dürtscher aus Schruns (im Gespräch mit Rainer Wimmer, Pro-GE) führen die KV-Verhandlungen der Metallindustrie. APA

Verhandlungsführer auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite bei Metaller-KV sind Vorarlberger.

Hohenems, Wien Am Donnerstag gehen die Verhandlungen zum Kollektivvertrag der Metallindustrie in die dritte Runde. Bisher hat sich wenig bewegt. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent, die Arbeitgeber wollen nicht mehr als 2,2 Prozent bezahlen. Daneben geht es auch um flexiblere Arbeitszeiten und höhere Lehrlingsentschädigungen.

„Ganz vorne dabei“

Bei den Verhandlungen sitzen zwei Vorarlberger in der ersten Reihe: Für die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) der gebürtige Schrunser Karl Dürtscher als Verhandlungsführer, für die Arbeitgeber der Hohenemser Industrielle Johannes Collini. Waren sie sich im vergangenen Coronajahr schnell einig, wird es heuer, so Dürtscher im Gespräch mit den VN, wohl krachen. „Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer die Dummen sind“, poltert er und weiß die Betriebsräte der großen Vorarlberger Metallunternehmen hinter sich. Sie haben ihm bei der Versammlung am Montag grünes Licht gegeben, um hart zu bleiben. Unter seiner Regie wurden auch weitere Kampfmaßnahmen beschlossen, falls Collini und Co kein akzeptables Angebot machen werden. Die Collini-Betriebe sind denn auch ganz vorne dabei, wenn es zu Betriebsversammlungen kommt. „Dieses Päckle hat Collini von den anderen Arbeitgebern mitbekommen“, so Dürtscher ungerührt.

Rotes Tuch Arbeitszeit

Für Gewerkschafter grundsätzlich ein rotes Tuch sind Flexibilisierungswünsche bei der Arbeitszeit. Und diesmal ganz besonders: Sonderschichten und Wochenendarbeit sei ein No-Go, sagt Dürtscher, die Mitarbeiter seien schon jetzt mit ihren Kräften am Plafond. Außerdem sollten die Arbeitgeber darüber nachdenken, wie sie Mehrarbeit ihrer Mitarbeiter besser abgelten, etwa mit besserer Entlohnung an Wochenenden und Feiertagen, auch mit der Wahlmöglichkeit, Geld oder Freizeit zu nehmen.  „Firmen müssen auch neue Arbeitszeitmodelle anbieten“, sonst seien sie die Verlierer bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Und sie müssen deutlich attraktiver werden, was die Lehrausbildung betrifft. „Teilweise verdienen die Lehrlinge im Einzelhandel mehr als jene in der Metallindustrie.”

Über 100 Betriebsräte gaben bei der Versammlung in Hohenems grünes Licht. <span class="copyright">MG</span>
Über 100 Betriebsräte gaben bei der Versammlung in Hohenems grünes Licht. MG

Dass etwa die galoppierenden Rohstoffpreise und Kosten für die Lieferketten die Metaller-Betriebe belasten, lässt er nicht gelten. „Umsätze und Gewinn sind heuer stark gestiegen”, so der Gewerkschafter. Mit etwas gutem Willen, da ist sich der Schrunser sicher, werde die Arbeitgeberseite aber doch noch zur Vernunft kommen und die Forderungen der Gewerkschaften GPA und der Produktionsgewerkschaft ProGE erfüllen.

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