Großbritannien kontrolliert Importe aus der EU

Ab 1. Jänner 2022 neue Hindernisse für den Handel.
London Ein Jahr nach dem Brexit gibt es erneut Änderungen beim Export von Waren aus der EU nach Großbritannien. Bisher hat die Regierung in London zahlreiche einseitige Übergangsfristen für Einfuhren aus der EU gewährt, die zum Teil mehrmals verschoben wurden. Gründe waren unter anderem Schwierigkeiten beim Handel nach dem Brexit und die Coronapandemie. Die meisten Fristen laufen aber mit dem Jahreswechsel nun endgültig aus, einige enden Mitte 2022.
Damit kommt es nun auch auf britischer Seite zu Kontrollen. Experten warnen, dass viele Unternehmen noch nicht vorbereitet seien. Die Änderungen haben ganz praktische Folgen, wie die Außenhandelsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI) betont. So gelten vom 1. Jänner an etwa höhere Anforderungen für die Einfuhr von Lebensmitteln aus der EU. Importe müssen vorab über eine IT-Anwendung angemeldet werden. Für jede Einfuhr ist eine Veterinärbescheinigung notwendig. „Es ist fraglich, ob sich der Export nach Großbritannien für viele, gerade kleinere Unternehmen dann noch lohnt oder ob der Aufwand zu groß wird“, hieß es.
Kein vereinfachtes Verfahren
Zwar haben sich die meisten Unternehmen auf die neuen Zollregeln für den Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU eingestellt, die Gemeinschaft kontrolliert die Einfuhren aus Großbritannien bereits seit Januar. Doch das vereinfachte Einfuhrverfahren für Waren aus der EU in Großbritannien kann nun nicht mehr genutzt werden.