Wie sich die Tischler Rohstoff für die Zukunft rüstet

Markt / 13.01.2022 • 21:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie sich die Tischler Rohstoff für die Zukunft rüstet
So wird sich die Tischler Rohstoff von der L 190 aus präsentieren, wenn die Arbeiten 2024 abgeschlossen sind.  FA

Totalumbau des Firmensitzes für 20 Millionen. Um- und Neubau der Betriebsgeländes als Leuchtturmprojekt für Holzbau.

Hohenems „Die Zukunft ist auf Holz gebaut“, ist sich der Geschäftsführer der Berufsgenossenschaft Tischler Rohstoff, Thomas Singer, sicher. Holz werde wegen der Bekämpfung des Klimawandels eine zunehmend wichtigere Rolle in der Bauwirtschaft einnehmen. Auf jeden Fall tut es der heimische Rohstoff beim Um- bzw. Neubau des Firmensitzes in Hohenems. 20 Millionen Euro sind budgetiert für das größte Bauvorhaben des Unternehmens in den vergangenen 30 Jahren. Auf dem 26.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände an der L 190 zwischen Dornbirn und Hohenems wird jedenfalls kein Stein auf dem anderen bleiben.

Innovation und Regionalität

Bis Ende 2024 wird das gesamte Lager neu gebaut, dem auch das derzeitige Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude weichen muss. Für Büros, Sozialräume für die Mitarbeiter und „die schönste und größte Holzausstellung des Landes“ wird ein fünfgeschossiger Holzbau mit 24 Metern Höhe direkt an der L 190 entstehen, ein Leuchtturm für den Baustoff Holz.  Die verbauten Flächen werden in etwa die gleichen Dimensionen wie die aktuell verbauten Flächen haben, so Singer im Gespräch mit den VN, doch wird modernste Lagertechnik ebenso Einzug halten. „Dank technischer Innovationen wie einem automatischen Flächenlager mit integriertem Zugriffssystrem steigt die Lagerkapazität um 30 Prozent. Die braucht man auch, wie das vergangene Jahr mit seinen Materialengpässen gezeigt hat”, sagt Singer. Verbesserungen erwartet er sich aus einer geänderten Verkehrsführung mit direkter Einfahrt von der L 190. Damit werde man mindestens die Hälfte des derzeitigen Verkehrsaufkommens reduzieren können.

Traditionelle Zimmererkunst

Beim Bau setze man auf Holz aus Vorarlberg und alte Zimmererkunst, denn der Bürobau wird im Holzrahmenbau und das Lager im Fachwerkbau errichtet, damit bleibe auch die Wertschöpfung beim Zimmerer. Die Ausschreibung der Arbeiten werde nach der Bauverhandlung erfolgen, Singer ist sicher, dass die Arbeiten von regionalen Unternehmen oder Genossenschaftsmitgliedern durchgeführt werden. „Bei allem Negativen, was Corona hervorbrachte, hat sich positiv gezeigt, dass man vor Ort stärker zusammenarbeitet“, stellt er fest. Weil der Geschäftsbetrieb weiterläuft, wird in drei Etappen gebaut, begonnen wird mit dem Büro- und Ausstellungsgebäude.

Geschäftsführer Thomas Singer in den Lagerhallen: "Es ist dringend notwendig, die Hallen und Lagermöglichkeiten auf den neuesten Stand zu bringen." <span class="copyright">VN/Serra</span>
Geschäftsführer Thomas Singer in den Lagerhallen: "Es ist dringend notwendig, die Hallen und Lagermöglichkeiten auf den neuesten Stand zu bringen." VN/Serra

Das vergangene Jahr war für die Tischler Rohstoff ein gutes, der Umsatz konnte von 20 Millionen 2020 auf 25 Millionen kräftig gesteigert werden, was allerdings auch auf die Preissteigerungen beim Material zurückzuführen war. Die Zahl der Mitarbeiter ist auf 55 gewachsen.

Tischler Rohstoff Fakten

Unternehmensform Genossenschaft (nach Schulze-Delitzsch)

Genossenschaftsmitglieder 250 Tischler und Zimmerer

Gegründet 1939

Geschäftsführung Thomas Singer

Mitarbeiter 55

Umsatz 2021 rund 25 Mill. Euro

Investition 20 Millionen Euro

Kunden Tischler, Zimmerer, Privatpersonen

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