Wie Corona Wirtschaft und Arbeit umkrempelte

Markt / 22.02.2022 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie Corona Wirtschaft und Arbeit umkrempelte
Beim ersten Lockdown gab es Panikkäufe vor allem bei Toilettenpapier. VN/Steurer

Zwei Jahre Corona-Pandemie haben Wirtschafts- und Arbeitsleben massiv beeinflusst.

Wien, Schwarzach Nachdem das Coronavirus vor zwei Jahren in Österreich für die ersten Infektionen gesorgt hatte, überschlugen sich nicht nur die gesundheitlichen und politischen, sondern besonders auch die wirtschaftlichen Ereignisse. Mit Fortdauer der Pandemie linderten sich die negativen Auswirkungen. Andere pandemisch bedingte Veränderungen wie mehr Homeoffice sind hingegen gekommen, um zu bleiben. Wirtschaftsgeschichtlich gesehen waren die größten Einschnitte die österreichweiten Lockdowns.

Sonderschichten und Bundesheer

In den vier bundesweiten Stillständen durften lediglich Geschäfte des täglichen Bedarfs (Lebensmittelgeschäfte, Fleischereien, Bäcker, Apotheken, Tankstellen und auch Trafiken) öffnen. Vor dem ersten Lockdown kam es zu Hamsterkäufen, obwohl laut Handel kein Engpass drohte. In Sonderschichten teils unter Mithilfe des Bundesheeres in Verteilzentren – wie auch bei Spar in Vorarlberg – wurde weiter in die Märkte geliefert.

Die Wertschöpfungsverluste im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 erreichten wöchentlich an die 1,8 Mrd. Euro. Hin zum (vorerst und erhofft) letzten Stillstand senkte sich der Verlust laut Experten auf rund 800 Mill. Euro ab. Der stationäre Handel beklagte, dass die Leute durch die Schließungen vermehrt in den konkurrierenden Online-Handel gedrängt würden. Das zeigte sich auch jeweils an den Umsatzzahlen. Der Bestell-Boom hat coronageboostert inzwischen in Ballungsräumen auch den Lebensmittelbereich erfasst.

Totalausfall in der Gastronomie, die unter den Lockdowns bis heute leidet.<span class="copyright"> VN/Paulitsch</span><br> 
Totalausfall in der Gastronomie, die unter den Lockdowns bis heute leidet. VN/Paulitsch
 

Auch viele Menschen, nicht „nur“ das BIP und die Volkswirtschaft, mussten finanzielle Einbußen hinnehmen. Vor allem dann, wenn sie arbeitslos wurden – oder in deutlich abgemildertem Ausmaß, wenn sie in die für Unternehmen oft rettende Kurzarbeit geschickt wurden. Der Höchststand an Kurzarbeitenden überschritt im April/Mai 2020 eine Million, in Vorarlberg waren es im Mai 2020 68.243, dazu kam zeitgleich der Höchstwert von mehr als einer halben Million Arbeitslosen in Österreich und 17.928 in Vorarlberg. Zuletzt waren noch 184.000 Personen zur Kurzarbeit vorangemeldet, in Vorarlberg sind derzeit 6951 Beschäftigte in Kurzarbeit. 386.902 Personen waren letzte Woche arbeitslos oder in AMS-Schulungen, in Vorarlberg 9820. Das sind weniger als vor der Krise.

„Koste es, was es wolle“, werde man die Wirtschaft und Co stützen, sagte der ehemalige Finanzminister Gernot Blümel. Das schlug sich auch in der Gründung der COFAG nieder, der Corona-Hilfsagentur für Unternehmen. Alleine diese hat bisher – ohne viele weitere Hilfen, die sie nicht abwickelt – rund 10 Mrd. Euro an Wirtschaftshilfen wie Umsatzersatz, Ausfallsbonus 1, 2 und 3, Verlustersatz, Fixkostenzuschuss und Fixkostenzuschuss 800.000 ausbezahlt.

Pandemie mit Folgen

Nach Bundesländern erhielten Firmen in Wien (1,53 Mrd. Euro) und in Tirol (1,16 Mrd. Euro) am meisten Hilfen ausbezahlt. Dahinter folgen Salzburg (805,1 Mill. Euro), Niederösterreich (722,5 Mill. Euro), Oberösterreich (698,8 Mill. Euro), Steiermark (667,3 Mill. Euro), Vorarlberg (292,9 Mill. Euro), Kärnten (290,4 Mill. Euro) und das Burgenland (127,2 Mill. Euro).

Zu den pandemiebedingten Schwierigkeiten kam die Inflation, die auf einen Höchststand klettert. Haupttreiber sind Rohstoffe und Erdgas sowie die gestörten Lieferketten, die die Wirtschaft zur Verzweiflung treiben und schlussendlich auch die Endverbraucher treffen.

Corona-Erholung_0222
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